Folia archeologica 49-50.

Zsolt Mráv: Egy litterae aureae felirat Intercisából

218 ZSOLT MRÁV kaiserzeitlichen keltischen Ornamentik abzuleitenden, für ein Grundmotiv gehaltenen Volutentyps die Severerzeit gewesen ist. 3 0 (Denkmäler mit einer beidseitig von diesem norisch-pannonischen Volutenmotiv gesäumten Inschrift, die man gesichert in eine frühere als die Severerzeit setzen könnte, kennen wir nicht. 3 1 Das früheste Denkmal, der Sarkophag von Aurelia Asclepiodota, kann nicht früher als in die erste Hälfte des 3. Jahrhunderts datiert werden. 3 2 Simplere, weniger schwungvolle bzw. schwerfälligere Varianten des Motivs blieben auch nach der Severerzeit in Mode, ihre Anwendung läßt sich noch bis ans Ende des 3. Jahrhunderts nachweisen.) Gelegentlich schmückte das Volutenmotiv der mit litterae aureae geschriebenen Inschrift von Intercisa auch die Ränder von Bauinschriften. Jede dieser Inschriften stammt ebenfalls aus der Severerzeit. Das schönste Anwendungsbeispiel ist die Bauinschrift eines in Savaria freigelegten Tempels, der den alexandrinischen Göttern geweiht war (Abb. 8). Die über den beiden Mittelsäulen der hexastylos-Front platzierte, in einen Marmorfries gefasste Bauinschrift gedachte des Wiederaufbaus des Tempels im Zeitalter der Severer. 33 Im Jahre 217 n. Chr. entstand in Brigetio der Apollo und Hygieia geweihte porticus und dessen Bauinschrift, an deren beiden Rändern man eine nahe Variante dieses Volutenmotivs sehen kann. 3 4 Das die Inschrift von Intercisa umrahmende Wellenlinien-Volutenmotiv ist also vorwiegend für die in der Severerzeit geschaffenen Steindenkmäler typisch, obwohl spätere Varianten auch Ende des 3. Jahrhunderts noch vorkommen. Ein beidseitig eine Inschrift säumendes Rahmenmotiv mit gleicher oder ähnlicher Linienführung aus früherer als der Severerzeit ist nicht bekannt, so dass die Steintafel mit Goldlettern von Intercisa nicht früher als in diesen Zeitraum datiert werden kann. 3. Zwei im 4. Jahrhundert n. Chr. in Rom entstandene litterae aureae-Inschriften (Triumphbogen des Kaisers Constantinus I., 3 5 unter Constantinus I. restaurierter Saturnus-Tempel 3 6 ) ausgenommen 3 7 läßt sich die Technik der Inschriften mit Goldbuchstaben höchstens bis zur Herrschaft Caracallas belegen, weshalb eine im 3 0 Diesem Zeitraum entstammen auch die schönsten, am sorgfältigsten ausgearbeiteten Sepulchral­denkmäler mit norisch-pannonischer Volutenverzierung, die aedicular. Kranz 1986, 204-212; Beszédes 1996, 150-151. 3 1 Das Auftauchen einzelner Typen des norisch-pannonischen Volutenornaments kann man in die Mitte des 2. Jahrhunderts n. Chr. setzen. Das früheste genau datierbare Denkmal ist der in das Jahr 164 n. Chr. zu datierenden sog. Altar von Nádorkert, dessen Volutenmotiv nicht an den beiden Seiten der Inschrift, sondern als eine das Inschriftfeld oben abschließende Rahmenverzierung erscheint. Erdélyi 1974, 116; Pochmarski 2001, 204. E. Pochmarski gelangte bei der Untersuchung des Sarkophagcs mit norisch-pannonischem Volutenornmotiv aus Brigetio zu folgendem Ergebnis: "..., die Sarkophage mit norisch-pannonischem Volutenornament und weiterem bildhauerischem Schmuck stammen also frühestens aus der frühseverischen Zeit.": Pochmarski 2001, 204. 3 2 Nagy 1950, 379, Anm. 51. 3 3 Zur Datierung des Frieses am Iseum von Savaria in die Severerzeit: Tóth 1975-1976, 101; Tóth 1996-1997, 332; Mráv o. J. 3 4 Barkóczi 1944-1945, 226; RIU 337, Abb. LXII. 3 5 CIL VI 1139 (cf. 31245 und p. 3778) = ILS 694. 3f i CIL VI 937 (cf. 31209 und p. 3070, 3777) = ILS 3326. Zur Datierung der Inschrift an der Fassade des Saturnus-Tempels in die Zeit Konstantins I.: Pensahene 1984, 61-63. 3 7 Das späteste bekannte Denkmal mit Metallbuchstaben aus dem Zeitraum, der der Entstehung der beiden erwähnten litterae úureae-Inschriften des 4. Jahrhunderts n. Chr. unmittelbar vorausging, ist auch in Rom ein severisches Monument: die Inschrift am Triumphbogen des Septimius Severus, deren Text unter Caracalla geändert wurde. CIL VI 1033 (cf 31230) und 36881 = ILS 425. An die Stelle des aus der Geta-Inschrift gelöschten Namens P. Septimio Getae nohilissim(o) Coesori schob man die Formulierung oplimis fortissimisque principihus in den Text ein. Die Lesung ist Prof. Dr. G. Alföldy zu verdanken: CIL VI p. 4318.

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