Folia archeologica 49-50.

Zsolt Mráv: Egy litterae aureae felirat Intercisából

EINE LITTERAE AUREAE-INSCHRIFT 211 Gebäude zierten. (In Ausnahmefällen kann man die Technik auch auf persönlichen Inschriften - an Altären 8 und als lokale Mode auf Grabinschriften in Baetica 9 - beobachten.) Doch in der Severerzeit tauchen außerhalb Roms erneut mit Metallbuchstaben geschriebene Inschriften auf, noch dazu in überraschend großer Zahl und in solchen Gebieten bzw. in einer Milieu, von wo sie aus früherer Zeit nicht bekannt waren. In den nördlichen Militärprovinzen des Römischen Reiches, hauptsächlich in den Kastellen am obergermanischen und raetischen Limes, kamen unter Kaiser Caracalla errichtete Ehreninschriften mit vergoldeten Bronzelettern zum Vorschein, die man ursprünglich über den Festungstoren eingemauert hatte. Die Inschriften mit bekanntem, rekonstruierbarem Text sind alle in den Zeitraum des Aufenthaltes Caracallas in Germania superior und Raetien, seines siegreichen Vergeltungsfeldzuges gegen die Alamannen und seiner anschließenden Reise entlang der Donau, in das Jahr 213 n. Chr., zu datieren. 1 0 1. Holzhausen (Taunus, Hessen), Fragmente zweier Tafeln. a) Bei der Ausgrabung der porta principalis sinistra fand man - teils in dem durch das Tor führenden Kanal, teils zwischen den verkohlten Resten der Deckbretter ­23 Fragmente einer eine Inschrift mit Bronzebuchstaben tragenden, in mehrere Teile zerbrochenen Kalksteintafel. Der Text der 75 cm hohen und 9,6 cm dicken Tafel war zu fünf - aus 9,7-9,9 cm hohen Lettern bestehenden - Zeilen geordnet. Die teilweise an ihrer ursprünglichen Stelle verbliebenen Buchstaben hatte man aus Bronzeblech ausgeschnitten, vergoldet und mit Weißmetallnieten befestigt. Die früher angefertigte Zeichnung der Tafel bedurfte der neuerlichen Rekonstruktion, da die Abstände zwischen den Fragmenten nicht stimmten. Die Lesung der Inschrift: [Imperatori)] Caes(ari) M(arco) Aur(elio) A[ntonino pio] f[e]lici / [Par]t(hico) max(imo) Brit(tanico) ma[x(imo) Ger(manico) ma]x(imo) [p]on(tißci) max(imo) / trib(unicia) p(otestate) XVI imp(eratori) III co[(n)s(uli) II1I proco(n)s(uli) p(atri) p(atriae)] / invictissimo Aug(usto) c[oh(ors) II A]nton[in]iana / Tre(verorum) d<e>xi[o]ta ac dicatfa m]a(i)esta]ti eins. 1 1 (Die ergänzte Länge: 214 cm) (Abb. 3) b) 36 Fragmente einer 9,5 bis 10 cm dicken Kalksteintafel wurden bei der Freilegung der porta praetoria gefunden. In diesem Fall blieben nur das Bett und die Dübellöcher der Buchstaben erhalten. Die zur Befestigung der 10 cm hohen Lettern dienenden Löcher waren paarweise gebohrt und bei den Enden der hasta mit Blei ausgefüllt. Aus den kleineren und stärker verbrannten Fragmenten ist eine Inschrift mit ähnlichem Text zu rekonstruieren 1 2 (Abb. 4). 2. Saalburg (Hessen) Auf dem Bruchstück der rechten oberen Ecke einer Metallbuchstaben tragenden Steintafel ist neben den Dübellöchern auch das Bett der Lettern erhalten geblieben. Mit Hilfe des Eckfragments kann man die Inschrift zeichnerisch rekonstruieren, wobei die Rekonstruktion etwas von der im CIL publizierten Lesung abweicht 1 3: [Imp(eratori) Caes(ari) M(arco) Aurel(io) Antonjino / [pio felici Part(hico) max(imo) Brit(tanico)] max(imo) / [Germ(anico) max(imo) pontißici) ma]x(imo) trib(unicia) p / [otestate XVI imp(eratori) III co(n)]s(uli) IUI p(atri) p(atriae) / s Beispielsweise an einem Aesculapius—Altar in Äugst: Speidel 1993, 185-188. 9 Atfötdy 1997, 6. Es kann daher kein Zufall sein, dass sich die einzige Grabinschrift mit Metallbuchstaben in Rom ausgerechnet am Grabmal einer aus Baetica stammenden Senatorenfamilie befindet: CIL VI 41086 (= 31817); vgl. Atfötdy 2000, 86, 91; Alföldy 2001, 34. 11 1 Radnóti 1972, 53; Schönberger 1985, 412-413; Alföldy 1997, 34-35, Anm. 78. » CIL XIII 7616; ORI. B Nr. 6, S. 35, Taf. V1I/23; Baalz 1982, 358-359, Abb. 301. 1 2 CIL XIII 7617; ORI. B Nr. 6, S. 36, Nr. 2, Taf. VlII/9a-b. 1 3 CIL XIII 7465a.

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