Folia archeologica 49-50.
Patay Pál - B. Kiss Zsuzsa: Az Alsótelekes-dolinkai szkítakori temető közöletlen sírjai. (Az 1962. és 1964. évi feltárás eredményei)
DIE UNPUBLIZIERTEN GRÄBER DES SKYTHENZEITLICHEN GRÄBERFELDES VON ALSÓTELEKES-DOLINKA (Die Ergebnisse der Freilegungen der Jahre 1962 und 1964) Auf dem Dolinka-Hügel in der Nähe der Gemeinde Alsótelekes (Kom. BordosAbaúj-Zemplén, Nordungarn) (Abb. 1) hat Pál Patay in den Jahren 1959-1964 in vier Grabungskampagnen ein skythenzeitliches Gräberfeld freigelegt. Die Ergebnisse der ersten zwei Jahre, insgesamt 96 Gräber wurden schon damals publiziert. 1 Die Zielsetzung dieser Studie ist die Veröffentlichung der Befunde der Ausgrabungen 1962 und 1964, was die Auswertung des vollständigen Grabungsmaterials und die Ubersicht der Bestattungen, Bestattungssitten und der eigenständigen Beilagen ermöglicht. Der Fundort befindet sich im zum Nördlichen Mittelgebirge gehörenden Rudabánya-Gebirge, auf einem O-W gerichteten Hügelrücken 274 m hoch über dem Meeresspiegel (Abb 2). Er ist eine der am nördlichst liegenden skythenzeitlichen Fundstellen Nordungarns. Die Selbständigkeit dieses Gebietes innerhalb der skythenzeitlichen Kultur Ostungarns haben schon mehrere Forscher erkannt. 5 Chochorowski hält diese kulturelle Eigenständigkeit für so stark, dass er anhand der früher publizierten Bestattungen des Gräberfeldes eine selbständige Gruppe namens "Alsótelekes—Sanisläu" innerhalb der von ihm als Vekerzug-Kultur genannten skythenzeitlichen Kultur der Tiefebene absondert. 9 Die ersten Gräber kamen infolge von Steinbruch ans Tageslicht. Die Mehrheit der Bestattungen wurde unmittelbar in die 15—30 cm dünne Humusschicht, manchmal bis zum Fels eingetieft. Von den Steinbrucharbeiten wurde ein grosser Teil der Bestattungen vernichtet, so konnte weder in südlicher, noch in südwestlicher Rictung der Rand des Gräberfeldes festgestellt werden. Mindestens 50 Gräber sind zerstört worden, ihre Anzahl mag aber sogar 100 übersteigen. Während den Freilegungen 1959-1964 wurde eine Fläche von insgesamt 940 m 2 durchgeforscht (Abb. 3), die Forschungen ergaben 184 Gräber (192 Bestattungen), 1962 wurden die Gräber Nr. 97-141 , 1964 die von Nr. 182-184 erschlossen, darunter 4 Grabgruppen (Nr. 4., 136., 137., 142.), wo neben den Bestattungen auch eine grosse Anzahl der ohne Knochenreste, vereinzelt vorkommenden Funde charakteristisch war. 1 0 Im Interesse der entsprechenden Übersicht geben wir den Gesamtplan des kompletten Gräberfeldes an (Abb. 4). Im Bestattungsritus sind die Brandschüttungsgräber dominierend, 1 1 sie sind im allgemeinen reicher ausgestattet, als die insgesamt 6 Urnengräber, die entweder nichts, oder nur sehr bescheidenes Material (Messer, Spinnwirtel) enthielten. Die 22 Skelettgräber waren mit der Ausnahme von 4 Bestattungen Säugling- oder Kindergräber, die meist ohne Beigaben bestattet wurden (Abb. 5), drei von denen enthielten aber Bronzeröhrchen, Glasperlen und Kaurischnecken. Es ist festzustellen, dass die Dominierung der Brandgräber und besonders der Brandschüttungsbestattungen ein charakteristisches Merkmal der nordostungarischen Skythenzeit ist. In einigen Fällen konnte der Ausgräber solche Brandschüttungsgräber bemerken, die unter Steinpackung, in kleinen Gruben gelegt worden sind. Es gibt Steinpackungen, unter denen die Brandreste in mehreren Häufen lagen (Grabgruppen Nr. 4, 136, 137, 142). Diese können als Bestattungen von Mitgliedern einer Familie interpretiert werden, wie darauf in einigen Fundorten der Gáva-Holihrady-Kultur und in der Waldsteppenzone zu schliessen war. Es ist durchaus möglich, dass in unserem Fall die Steinpackung den Erdhügel symbolisiert, oder, dass die Hachen I lügel über den Bestattungen infolge der Erosion verschwunden worden sind (Abb. 6). 12-1 3