Folia archeologica 47.
Endre Tóth: Pogány vagy keresztény?
HEIDNISCH ODER CHRISTLICH? 125 des Herrn ist das Siegeszeichen, das tropaion über den Tod, schrieb Athanasius 3 2 ), aber nicht selbständig, sondern in eine Szene gefaßt. 3 3 Um eine frühere Darstellung kann es sich nicht handeln, weil bis zur Spätzeit Konstantins des Großen die Kreuzigung als Todesstrafe in Geltung war. 3 4 Deshalb mag Athanasius um 330 geschrieben haben, daß die Griechen die Christen wegen des Kreuzes verspotten. 35 Das Kreuz allein taucht - außerordentlich selten - ganz am Ende des 4. Jahrhunderts auf einer oder der anderen Grabinschrift auf, später dann auf Gebrauchsgegenständen, Löffeln, 3 6 Ringen. Ein Beispiel für Grabinschriften der beginnenden christlichen Zeit ist die Amantius-Inschrift aus der Umgebung von Aquileia aus dem Jahre 423. 3 7 Nicht früher als aus dem 5. Jahrhundert sind auch die Kreuzvorkommen in Dalmatien und im Rheinland. 3 8 Seit Beginn des 5. Jahrhunderts verdrängt das Kreuz nach und nach das Christusmonogramm und das Staurogramm von den Grabinschriften; 3 9 bis zum Ende des Jahrhunderts wird es häufiger, und dieser Brauch hält auch im 6. Jahrhundert weiter an. In ähnlicher Chronologie erscheint das Kreuz auf Münzen. Als Kaiserzeichen erscheint es 384 auf Münzen, zur Zeit der Streitigkeiten um den Victoria-Altar in der römischen curia. 4 0 Das allein stehende Kreuz nicht in einer Szene, sondern selbständig, als Symbol auf Münzen findet sich auf dem Revers des in Antiochia geprägten Solidus von Valentianus I., im Feld neben dem das Labarum und den Globus der Victoria haltenden Kaiser, 4 1 noch in unbetonter Stellung. Selbständig auf Münzreversen, in betonter Stellung, erscheint das Kreuz um 384, in den De3 2 Athanasius, de incarnatione verbi, c. 30, PG 25, p. 147, c. 27, PG 25, p. 142. 3 3 Dinkier 1964, 73-74. 3 4 R. Alföldi 1961, 19, Dinkier 1964, 74. 3 6 Athanasius, contra gentes c. 1, PG 25, p. 5; de incarnatione c. 46, PG 25, Opitz-Casey, Berlin 1934, Robert W. Thomson, Oxford 1971. 3 6 Hauser, St. R., Spätantike und frühbyzantinische Silberlöffel, JbAGhr. Erg. 19, Münster 1992 3 7 ILCV 1061 a = CIL V 1623. 3 8 Ins 5. Jh. datierte Vorkommen (ohne Africa): 466/7 Mediolanum (ILCV 2737), 424 Mediolanum (ILCV 4440), 486 Dertona (ILCV 2829), 442 Teano (ILCU 3181), zweite Hälfte 5. Jh.: (ILCV 3185), 496 Rom (ILCV 3727), aus dem 5. Jh. Salona (ILCU 3750, 3791). 3 9 Uber das auf Grabtafeln erscheinende Eingangskreuz und den späten Datierungswert des Kreuzes unter der Inschrift s.: Krämer 1974, 2-3, 27, 43, 45, 4 0 Alföldi M., R., 1961, 19.-; ders. 1963, 152 4 1 RIC 2b XXXVIIII. 7. ábra AMende-Bille pusztai tükörtöredék Abb. 7 Das Spiegelfragment von Mende-Bille puszta