Folia archeologica 47.

Endre Tóth: Pogány vagy keresztény?

HEIDNISCH ODER CHRISTLICH? 121 3.ábra Bronztükör, Hódmezővásárhely-Fehértó, 22. sír. Abb. 3 Bronzespiegel, Hódmezővásárhely-Fehértó, Grab 22 Kreuze und X-fömigen Zeichen auf silbernen Fibeln des Schatzes von Okorág 20 gut, daß sie schon in der frühen Kaiserzeit als nichtchristliche Verzierung oder Symbol vorkommen. 2 1 Die silbernen Fibeln haben auf der Nadelhalterplatte latei­nische Buchstaben (N, H, R), X und kreuzförmige Zeichen (Abb. 2). Kleidungs­gegenstände, die ganz zu Anfang des 1. nachchristlichen Jahrhunderts gefertigt wurden und mit dem Metallhandwerk Illyriens vor und während der römischen Besetzung verbunden werden können, 2 2 können offensichtlich keine christlichen Symbole sein. Die mit Kreuzen verzierten Spiegel im Gebiet an der mittleren Donau stellen eine spätkaiserzeitliche Fundgruppe dar. Auf der Rückseite der mit Weißmetall überzogenen kaiserzeitlichen Spiegel kommen Kreuze sogar mehrfach vor. Die Verzierungen können Punktkreise sein: Die je vier Kreise stehen in Kreuzform auf der Rückseite 2 5 (Abb. 3). Ein wichtiger Umstand ist, daß in Pannonién und in sarmatischem Gebiet auch weitere Spiegel gefunden wurden, mit übereinstimmen­der fußkreuzförmiger Verzierung. Die Frage ist, ob das Kreuz auf diesen Spiegeln auch schon ursprünglich ein christliches Symbol war oder nicht. Ich kenne folgen­de Exemplare: 1. Intakter Spiegel, Fundort: Intercisa; Ungarisches Nationalmuseum Inv.­Nr. 27. 1916.14. Durchmesser 14,4 cm. Verloren, seine Zeichnung im Maßstab 1 : 1 ist aber in der Römischen Sammlung erhalten (Abb. 4). Dem Inventarbuch nach war der Spiegel in einen großen (17,5 X 17,5 cm), viereckigen Kästchen­beschlag aus Bronzeblech eingefaßt. An den vier Ecken des umrahmenden Bronzebleches sitzen vier kegelförmige Nagelköpfe. Der viereckige Beschlag ist erhalten. Der Kästchenbeschlag und der Spiegel gehörten zusammen. Der 2 0 Patek E., Verbreitung und Herkunft der römischen Fibeltypen von Pannonién, Diss.Pann. II, 19, Budapest 1942, 99. 2 1 Ein Teil des Fundes liegt im Janus Pannonius Museum in Pécs, der andere Teil im Ungarischen Nationalmuseum. Die Stücke im UNM: Inv.-Nr. 108 1912. 42: Silberfibel mit Buchstabe N und Xförmigem Zeichen, 108, 1912. 44: mit Buchstabe H und kreuzförmigem Zeichen, 108. 1912. 45: mit Buchstabe R und swastikaähnlichen Kreuzen. 2 2 Der Schatz von Okorág stammt aus der Zeit der römischn Eroberung Pannoniens. Wegen seiner Verwandtschaft mit den Erzeugnissen des illyrischen Silberhandwerks hat ihn möglicherweise ein vor der Eroberung des Gebietes zwischen Drau und Save in der Augustus-Zeit nach Südtransdanubien geflohener pannonischer Vornehmer verborgen. 2: t Lloyd Morgan, G., The Mirrors Description of the Collections in the Rijksmuseum G:M: Kam at Nijmegen IX, 1981, 96-103.

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