Folia archeologica 47.
Péter Gróf - Dániel Gróh: Késő római őrtorony és szoborlelet Visegrád-Lepencén
SPÄTRÖMISCHER WACHTTURM UND STATUENFUND 109 Ende aushoben. Die Orientierung des Grabes durfte W-E gewesen sein. Die Bestattung gehörte zum Friedhof im Gebiet des Thermalbades und zur früharpadenzeitlichen Siedlung von Lepence. 8 Vom SW-Mauer des Wachtturmes 6,40 m entfernt schlössen wir die 80-100 dicke Außenmauer von schlechter Qualität auf, in einem ähnlihen Zustand befand sich auch der N-VW-Abschnitt. An der SW-W-Seite verhinderte eine Hochdruckwasserleitung die Freilegung der Mauerstrecke. An der S-SW-Seite ist die mörtelige Gehschicht an beiden Seiten der Außenmauer erhalten geblieben. An der Außenseite legten wir auf einer Fläche von 4 q 2 Schutt von Mauerziegeln frei, bedauerlicherweise befand sich darunter kein gestempeltes Fragment. Vermutlich wurde der Bauschutt aus einer kleineren Dachreparatur des Wachtturmes stammend durch eine Mauer geworfen. In dem gegenwärtig erreichbaren Ausgrabungsgebiet konnten wir 15-15,5 m von der SOWand entfernt, in der schotterigen, steinigen Bachbettschicht an der Schnittwand, parallel mit der Straße Nr. 11, einen geringen Abschnitt der V-förmigen Eingrabung der Fossa beobachten. Die Hauptmauer geht nach der Donau, davon 4 m entfernt, an der W-Ecke der Außenmauern konnten wir die Überbleibsel eines Tores, mit einer Öffnung von 2,8 m, absondern (Abb. 2). Die Funktion ist fraglich, wahrscheinlich durfte sie einen Fachwerkbau tragen, an den übrigen Teilen der Außenmauer fanden wir keine ähnliche Lösung. Im Laufe der Aufschließung des Wächtturmes, vor dem Eingang 2 m vom Tor entfernt, außerhalb der Mauern kam die beschädigte 183 x 64,5 cm große Bautafel des Gebäudes aus Amphibol-Andesit zum Vorschein (Abb. 4). Die Inschrift der Tafel ist wie folgt (die eingemeißelten Buchstaben wurden mit roter Farbe bemalt): Iudicio principali DDD(ominorum ) NNN(ostrorum ) Valentiniani Valentis / et Gratiani rrinncipum(sic!) maximorum dispositionem / etiam inlustris viri utiusque [militiaeje magisteri Eovi / ti comitis Foscianus p(rae)p(ositus) legiones primfae Marjtiorum / una cum militibus sibi creditis h [une burg] um a fun / damintis et construxit et ad su [mam man] um operis / consulatus Gratiano Augus[t]o bis [et Prjobo vir о cla / rissimo fecit pervenire <p>rincipum <p> — r Die Tafel wurde laut der Konsularliste im Jahre 371 verfertigt, 1 0 ein Jahr früher als die von Sándor Soproni 1956 etwa 1 km von dem Wachtturm Nr. 2 von Lepence entfernt, zu Visegrád-Kőbánya gefündene. 1 1 Die beiden Inschriften, welche einander fast wörtlich entsprechen, sind weitere Beweise der Bautätigkeit der LEG I M ARTIA. Deshalb ist es auch erwähnenswert, wie unerfahren der Verfertiger der Tafel von Lepence im Inschriftschneiden war, wie es aus der Verschiedenheit der Buchstabenmaßen und der Ausrechnung der Zeilenlängen beobachtet werden kann. 1 2 Eine weitere Besonderheit der Tafel ist, daß sie an zwei Seiten in zwei „Ösen" endigt, die zu Befestigung dienten. Die Tafel ist auf der unteren und der oberen Seite auf weißem Grund mit einem rot gemalten Gittermuster und Streifchen verziert, darüber oben und unten mit je einer breiteren Rille versehen. Vor dem Eingang is eine mehr als 2 m dicke, steinharte Schuttschicht zu finden, in deren unterem, 80-85 cm breiten Streifen nach einem lebesgroßen Statuenkopf 8 Szőke 1976, 71; Szőke 1977, 49. 9 Die ähnliche Darstellung an der Traianssäule s. u.a. Stehlin 1957, Taf. 1, 2. 10 i)gg rassi > fasti Consolari 1952, 83 1 1 Soproni 1987, 53. 1 2 Soproni 1999, i. Dr.