Folia archeologica 47.
Péter Gróf - Dániel Gróh: Késő római őrtorony és szoborlelet Visegrád-Lepencén
FOLIA ARCHAEOLOGICA XLVII. 1998-1999. BUDAPEST SPÄTRÖMISCHER WACHTTURM UND STATUENFUND ZU VISEGRÁD-LEPENCE Péter GRÓF - Dániel GRÓH Die mehr als 40 Jahre dauernde Erforschung der Limesstrecke im Donauknie knüpft sich in erster Linie an den Namen von Sándor Soproni an. Die von den Verfassern dieses Aufsatzes durchgeführten Freilegungen bedeuteten hauptsächlich die Ausgrabungen der letzten anderthalb Jahrzehnte, die mit den Vorarbeiten der Donaustufe verbunden waren. Als deren Ergebnis kamen die folgenden neueren römischen Fundorte zum Vorschein: Wachtturm 1 (2-3. Jh.) mit dem dazu gehörenden Brandbestattungsfeld und Siedlungsreste (Lepence), Wachtturm 2 (Lepence), (4. Jh.), eine Festung (Gizellamajor), mit dem zur Festung gehörenden Skelettgräberfeld (Diós), (4. Jh.). Von diesen berichten wir in den folgenden über die bisherigen Ausgrabungsergebnisse der Wachttürme 1 und 2 von VisegrádLepence (Abb. 1). Das rechte Ufer des Lepencebaches gehörte im Laufe den Bauarbeiten der Donaustufe zu den meist gefährdeten Gebieten. Während der Rettungsgrabungen zwischen 1986 und 1988 kamen Siedlungsreste aus dem späten Neolithikum, aus der frühen Kupferzeit und der Spätbronzezeit, das Grab 120 des frühkaiserzeitlichen Brandbestattungsfeldes, Spuren einer Siedlung, (2-3. Jh.), ein Wachturm mit einer Grundfläche von 5 x 5 m (1. Jh.), sowie freiliegende Backöfen aus der Arpadenzeit und ein bis zur Hälfte in die Erde vertieftes Haus zum Vorschein. Das Gebiet wurde nach einer möglichst vollführten Fundrettung überschwommen, bzw. aufgefüllt. 1 Am rechten Ufer des Lepencebaches, etwa 1,5 km von Visegrád entfernt, liegt das ähnlich benannte Gebiet, dessen Fundorte sich hauptsächlich auf dem Überschwemmungsgebiet zwischen den Lössterrassen und der Donau, in einer Höhe von 105 bis 110 m über dem Meeresspiegel befinden. Das Visegráder Gebirge ist eine Andesitformation aus dem Miozän, deshalb besteht das natürliche Gesteinmaterial in seiner Umgebung aus vulkanischem Verwitterungsschutt, feinerem Andesittuff und gröberem Andesit, hie und da von Lössschichten und feineren, körnigen Tuffschicnten bedeckt. 2 Im Laufe der bodenmechanischen Untersuchung des Gebietes fanden wir Schlammschichten, die auf die verschiedenen Flussbetten der Donau deuten. 3 Während der Vorbereitungsarbeiten zur Donaustufe führten wir 1986-87 in N-NO-Richtung vom Wachtturm 2 auf einem größeren Gebiet (auf etwa 2500 Quadratmetern) Rettungsgrabungen aus. Dann kam 100 m von der Landstraße Nr. 11 entfernt am Donauufer das Steinfundament eines hölzernen Wachtturms von kleinerem Format zum Vorschein. Der Eingang des Objektes von einer Innenweite von 360 cm und einer Mauerdicke von 60 cm lag gegenüber der Donau, nach SO, war von einem seichten 1 Gróf 1989, 57-65; Gróh 1989, 11-19; Gróf 1993, 513-534. 2 Pécsi 1959, 108, 122. 3 Turóczy 1997