Folia archeologica 43.
Domboróczki László: A németlipcsei (Partizanska L'upca) bronzlelet
78 DOMBORÓCZKI LASZLÓ mischt und sie wurden später als von unbekanntem Fundort stammende, nicht identifizierbare Funde neu inventarisiert. Das Vollgriffschwert von Németlipcse identifizierte T. Kemenczei (Kemenczei 1985, 341., Abb. 4 4; Ders., 1991, 87. Nr.506). Aufgrund des Albums, das die im Jahre 1878 vom Photographen Kloess gemachten Photoaufnahmen über die im Nationalmuseum aufbewahrten Funde enthält, ist es mir gelungen unter den mehreren hundert Bronzegegenständen von unbekanntem Fundort weitere sieben Gegenstände des Fundes von Németlipcse zu identifizieren. Die Beschreibung dieser enthält der ungarische Text. Das älteste Stück von diesen ist die doppelarmige Axt (Abb. 2 4), deren Parallelen in ihrer Mehrheit aus der Reinecke BD-Periode stammen (Kemenczei 1965, 117-118; Mozsolics 1973, 22—24), obwohl solche Gegenstände zwar selten, jedoch auch unter den Funden der Phase Ha Ai vorkommen (Mozsolics 1985, Taf. 115 1). Die Nadeln mit spindelförmigem Kopf (Abb. 2 2,3) können im Gebiet Polens und in der Slowakei auf die Vorlausitz-Frünlausitzkultur bzw. auf die Zeit der jüngeren Hügelgräber- bzw. älteren Urnengräberkultur datiert werden (Gedl 1983, 60-61 ; Novotná 1980, 75-77). Das Vollgriffschwert von Németlipcse gehört zum Liptó-Typ (Müller-Karpe 1961, 23; Kemenczei 1991, 87) und stellt eine Nachlassenschaft der Periode На A dar. Tüllenbeile wurden mit halbmondförmigem Rand und sechseckigem Querschnitt (Abb. 1 1,2) im Karpatenbecken zur Zeit der Perioden Ha A und Ha Bi erzeugt (Mozsolics 1973, 38. 39; Dieselbe 1985, 34). Die Griffzungensichel (Abb. 1 3) gehört zu den für die Perioden Ha A 2 — Ha B 2 charakteristischen Gegenstandstypen (Mozsolics 1985,45). Außer den oben erörterten Gegenständen reiht J. Hampel noch zwei Griffzungenschwerter, drei Bronzenadeln, zwei Sicheln und drei Bronzegriffe als solche auf, die - seiner Meinung nach - zum Bronzefund von Németlipcse gehören (Hampel 1892, 102). Diese Gegenstände kamen auf dem Photo des Kloess-Albums nicht vor, jedoch war dort noch ein nicht identifizierbares, halbmondförmiges Rasiermesser sichtbar, dessen gute Parallele uns aus Piliny bekannt ist (Hampel 1886, Taf. 17 1). Die Erzeugung der im Bronzefund vorhandenen Gegenstände von Németlipcse und ihre Gebrauchszeit fallen nicht genau zusammen. Die doppelarmige Axt und die Nadeln mit spindelförmigem Kopf vertreten zweifelsohne einen älteren Typ als das Vollgriffschwert und die Griffzungensichel. So kann es nicht ausgeschlossen werden, daß diese nicht zu ein und demselben Fundkomplex gehören. Falls sie aber dennoch gemeinsam zum Vorschein gekommen sind, so lassen sie sich auf jene Periode datieren, als die älteren Gegenstandstypen noch bekannt waren und die Herstellung der neueren bereits begonnen worden ist. Dieses Zeitalter war die Mitte der Periode Ha A, die den Perioden von Kisapáti-Lengyeltóti, Kurd bzw. Martincek-Bodrog entspricht. László Domboróczki