Folia archeologica 42.
Kemenczei Tibor: A pécskai/Pecica második bronzlelet
48 KEMENCZEI TIBOR daß es zwischen ihnen kein einziges solches Stück gibt, das alleine und ausschließlich nur das charakteristische Produkt der Bronzeindustrie der Periode Ha A) wäre. Die Erzeugung einer jeden Gegenstandsform wurde schon zur Periode R BD begonnen, obwohl es keinem Zweifel unterliegt, daß sie auch noch in der folgenden Periode gedauert hat. Von den beiden Perioden müssen wir deshalb die ältere für die Verbergungszeit des Depotfundes halten. In der Periode R BD entfaltete sich im südöstlichen Alföld, im Banat eine eigenartige, von der Bronzeindustrie der Oberen Theißgegend und dem siebenbürgischen Ópályi-Uriu-Typ zum Teil abweichende Gegenstandsformen produzierende Bronzekunst. Hierfür sind der zweite Fund von Pécska, sowie die Depotfunde von Cornutel/Ökörpatak, Mi§ca/Micske, Rabägani/ Robogány, Cioclovina/Csoklovina, Suncuius/Vársonkolyos charakteristisch. Die typischen Produkte dieser Metallkunst sind unter anderen die aus breitem Blech erzeugten Armspiralen, verzierten Gürtel, durchbrochenen Herzanhänger, gerippten Knöpfe mit konischer Mitte und die sanduhrförmigen Anhänger. 5 3 Zwischen diesen und den Bronzefunden von Ópályi-Uriu-Typ besteht also kein Altersunterschied, sondern sie zeigen eher an, daß die in verschiedenen Gebieten wirkenden, zu verschiedenen Kulturen gehörenden Metallgießereien je andere Gegenstandstypen hergestellt haben. Zur Periode Ha A, setzte sich die Produktion dieser Werkstätten ohne Abbruch fort. Darauf verweist die Tatsache, daß in den zu dieser Zeit in die Erde gekommenen Depotfunden auch solche Gegenstände vorkommen, zu deren Formgestaltung es schon zur Periode R BD gekommen ist. Daß wir zwischen den Handwerken der beiden Perioden keine starren Grenzen ziehen können, weisen auch die Tongefäße der Depotfunde von Pécska und Cornutel/Ökörpatak hin, wo wir die Vorläufer ihrer Form und Ziermotive schon unter den Keramikfunden der Periode R ВС des Alföld vorfinden und der Keramikstil, der für das Alföld und für Siebenbürgen unter den Perioden На А — В die Töpferei charakteristisch war, sich allmählich in der Periode R BD ausgestaltet hat. Im südöstlichen Alföld, im Banat schöpfte besonders die siebenbürgische Bronzeindustrie aus dem Formbestand der zur Periode R BD tätigen Metallkunst, während nach Transdanubien solche Gegenstandstypen in viel geringerer Zahl hingelangt sind. Ein wichtiger Beweis des zweiten Depotfundes von Pécska ist, daß sich in der Periode R BD nicht nur in den nordöstlichen Gebieten des Karpatenbeckens, sondern auch im Südosten, in den Gebieten der Igrita-, Bobda — Susani-Kulturen, in der Körösgegend und auch im Banat eine entwickelte Bronzeindustrie ausgebildet hat. Tibor Kemenczei