Folia archeologica 42.
Tóth Endre: Későrómai ezüstkanál Bajnáról
DILEMMA VON MEZÓBERÉNY (I884 ) 139 men ist. Das vornehme kleine Mädchen begrub man wahrscheinlich, wie die vor allem bei Frauen modischen goldenen Schuhschnallen späten Typs zeigen, zur Zeit Attilas" (Bona 1991 200). Im Zusammenhang mit den Funden von Mezóberény irritierte ihn aber auch noch etwas. Dies ist daraus ersichtlich, daß die mit den Goldfunden im Jahre 1884 gemeinsam angekaufte Keramik und der „bronzene Armreif" von I. Bona abgetrennt werden, mit der Begründung, daß diese „viel spätere Gegenstände sind, gepidische Funde aus der Wende vom 5. zum 6. Jahrhundert" (Bona 1991 288). (NB: „der bronzene Armreif" ist mit der bronzenen Pinzette (!) identisch, die im Inventarbuch [MNM Inv. —Nr. 43 (1884. 4.) als aufgerichteter Armring bestimmt wurde.] Mit Ausschluß dieser beiden Gegenstände gab auch I. Bona das „Prinzip" auf, wonach auf dem Fundort ein einziges Grab gefunden wurde, unter Vorbehalt dessen, daß die übrigen Goldfunde aus ein und demselben Grab stammen! Trotz dessen, daß I. Bona die folgende Meinung vertritt — „Die hunnische Herkunft des Mädchens wird außerdem noch durch einen Grabfund aus dem Gebiet Cherson, in der Nähe des für seine Hunnenfunde berühmten Zjurupinsk —Aleschki gelegenen Kutschugury bestätigt. Die dort Begrabene könnte man als jüngere Schwester der Toten von Mezóberény ansehen, so sehr gleichen einander die Trachtbeigaben" (Bona 1991 200) — führt er weder die in den Bildunterschriften der Taf. 103—105 (Bona 1991. 288—289.) erwähnten Parallelen, noch die zahlreiche parallele Funde aus dem kasachischen —- russischen — ukrainischen usw. Raum vorführende Zeichnung der Arbeit an. Obwohl im Falle des im vorausgesetzten Gebiet des ordu der Attilazeit vermuteten einzigen Grabes („vornehmes kleines Mädchen") wäre es wünschenswert gewesen sowohl vom Gesichtspunkt der Datierung, wie auch der Beweisführung die datierenden und analogen Funde zu kennen. Suchen wir aber auf Grund der bei dem am wenigsten interessanten goldenen Armring angegebenen Literatur die vermuteten Analogien von Kutschugury heraus (Zaseckaja 1975. 61—64., Nr. 54—63.), so ergibt sich sofort: diese stellen in der Tat zweifelsohne hunnenzeitliche Funde dar, jedoch eignen sich die Funde von Kutschugury überhaupt nicht zur Datierung der Funde von Mezóberény, da sie einfach nicht die Analogien der letzteren sind — höchstens bloß dieselbe Funktion versehen (als Schnalle, Blech). Dem Anschein nach erhielt die hunnenzeitliche Datierung der Funde von Mezóberény auch diesmal keine Bekräftigung. Hingegen blieb das Bereich des attilazeitlichen ordu von I. Bona ohne Grab. BIBLIOGRAPHIE Ausstellungskatalog, Zagreb, Ausstellungskatalog, Zagreb: Sjaj ukrajinskih riznica. Zagreb 1989. ÄBERG 1923. N. Âberg, Goten und Langobarden in Italien. Stockholm, 1923. ALFÖLDI 1932. Alföldi, A., Leletek a hun korszakból és etnikai szétválasztásuk. Funde aus der Hunnenzeit und ihre ethnische Sonderung. ArchHung 9. Budapest, 1932. BALINT 1978. Bálint, Cs., Vestiges archéologiques de Tépoque tardive des sassanides et leurs relations avec les peuples des steppes. ActaArcHung 30. 1978. 173-212. BALINT 1989. Bálint, Cs., Die Archäologie der Steppe. Köln-Wien, 1989. BARKÖCZI 1968. Barkóczi, L., A 6 T H Century Cemetery from Keszthely-Fenékpuszta. ActaArchHung 20: 275-311. BARKÖCZI 1971. Barkóczi, L., Das Gräberfeld von Keszthely-Fenékpuszta aus dem 6. Jahrhundert und die frühmittelalterliche Bevölkerungsverhältnisse am Plattensee. JRGZM 18: 179-191. BEHM-BLANCKE 1973. Behm-Blancke, C., Gesellschaft und Kunst der Germanen. Die Thüringer und ihre Welt. Dresden, 1973.