Folia archeologica 42.
Tóth Endre: Későrómai ezüstkanál Bajnáról
136 ATTILA KISS these wahrscheinlich machen. Gerade deshalb, da ich selbst mit dem Verlauf der Beweisführung nicht zufrienden bin, hoffe ich dennoch, daß in der Zukunft die Forschung für die von mir aufgeworfene Lösung der Frage neuere Daten aufbringen kann, jedoch läßt sich natürlicherweise auch noch eine andere Lösung vorstellen ... 6. DIE FRAGE VERSCHWUNDENEN GRABFUNDE Es ist eine offene, unbeantwortete Frage, weshalb die Funde von Mezőberény — wenn sie tatsächlich aus zwei Gräbern stammen — miteinander vermischt worden sind und was der Grund für ihre „Vernebelung" war? Hundert Jahre nach dieser Geschehnisse kann man offensichtlich keine eindeutige Lösung finden, jedoch scheint es wahrscheinlich zu sein, daß die Verkäufer den dem Grundbesitzer und dem ungarischen Staat — im Sinne der damaligen Gesetzte — gebührenden je 1 / 3-Teil zu umgehen und den ganzen Schatz für sich selbst zu behalten gewünscht haben. Natürlich läßt es sich nicht einmal annähernd rekonstruieren, was von den Funden für die Forschung endgültig verloren gegangen ist, jedoch kann zum Teil aufgrund der inneren Zusammenhänge der Funde, zum Teil durch ihre bei Ádám Pilez und dem Juwelier Lajos Barts entstandenen Vermischung darauf geschlossen werden, daß wir auch ein drittes Drittel in Erwägung ziehen müssen. Im Falle des gepidenzeitlichen Knabengrabes können wir — aufgrund der Zusammensetzung der damaligen vornehmen Gräber 10 6 — das Verschwinden einer Gürtelschnalle als „sicher" betrachten. Im Falle des awarenzeitlichen Grabes ist mit dem Fehlen weiterer Elemente des Gürtels zu rechnen: einerseits vor allem mit dem Fehlen der Gürtelschnalle und der Riemenzunge, anderseits mit dem von ein-zwei Gürtelbeschlägen von der Form eines umgekehrten Wappenschildes. Auf einem solchen Gürtel, der einen wappenförmigen Gürtelbeschlag und einen T-förmigen Metallhaken enthält, kann man nämlich aus der Konstruktion des Gürtels geschlossen, die oben beschriebenen Beschläge fast immer gesetzmäßig beobachten . Die Reihe der verschollenen Gegenstände wird auch durch die mit Perlendraht verzierten Beschläge des Schwertes bereichert: hier können wir erstens vor allem mit dem Paar des dreieckförmigen Beschlages, zweitens mit weiteren winzigen Beschlägen rechnen, deren Zahl durch die Anbringungsweise dieser Bleche auf irgendeinen organischen Stoff unbestimmbar ist (vgl. das Schwert von Cumberland), man darf auch nicht die Schäden auf dem vorhandenen dreieckigen Beschlag außer acht lassen! Falls das Gewicht der vorausgesetzten, verschwundenen Goldgegenstände mehr ausmachen würde, als das der von Ádám Pilez und Lajos Barts einzeln angekauften Gegenstände, so wurden die geborgenen Goldgegenstände entweder nicht in drei Teile geteilt, d.h. es waren vier Auffinder insgesamt, oder aber die Sachen verliefen nicht nach meiner Logik ... 10 6 Werner 1966. 10 7 Ross 1965. 41-42., Nr. 42.; Martin 1990.