Folia archeologica 41.

Mesterházy Károly: Bizánci és balkáni eredetű tárgyak a 10-11. századi magyar sírleletekben I.

GEGENSTÄNDE BYZANTINISCHEN UND BALKANISCHEN URSPRUNGES IN DEN UNGARISCHEN GRÄBERFELDERN DES 10-11. JH. I. Vorliegende Mitteilung bildet den ersten Teil der Bearbeitung von Gegen­ständen byzantinischen oder balkanischen Ursprunges. Es handelt sich grössten­teils um Grabfunde, zuweilen um Streufunde. In grösster Zahl kommen in dieser Gruppe die Ohrgehänge vor, denen dann die Ringe, sodann die Schnallen folgen. Oft vertritt bloss je ein Gegenstand einen Gegenstandstyp. In ihrer Gesamtheit ist ihre Zahl dennoch beträchtlich. Die erste Hälfte der Mitteilung enthält neun Gegenstandstypen. Schnallen (Abb. 1 — 3). Einer der charakteristischen Gegenstände ist der Kreis der Schnallen mit Tiermotiv. Die erste Schnalle diesen Typs veröffent­lichte 1934 T. Horváth. Seitdem erhob sich die Zahl dieser Schnallen auf 8 (Kétpó, Tiszabura, Mindszent—Koszorúsdülő, Ondrohó, Tiszajenő, Rakamaz, Gyula, Szentlőrincpuszta). Diese Schnallen erscheinen zuerst zweifellos in Byzanz. Auch ihre Form ist dort wechselvoller, sie sind länger und schmaler, ihr Körper ist oft abgerundet und nicht eckig. Ihre Gliederung ist aber überall dieselbe. Doch sind die dargestellten Szenen auf den byzantinischen Schnallen besser ausgearbeitet, und wechselvoller, wie auf den bulgarischen, ungarischen oder russländischen Stücken. Ihre Datierung gibt man oft aufgrund der unga­rischen Exemplare (M. Schulze, J. Werner, G. Davidson) an, da die vom Gebiet des Byzantinischen Reiches stammenden Stücke grösstenteils Steufunde sind. Alle ungarische Exemplare kommen mit solchen Gegenständen zusammen vor, die auf die ersten zwei Drittel des 10. Jahrhunderts charakteristisch sind. Halbmondförmige, filigranver^ierte Blechohrgebänge. (Gyula-Téglagyár: Abb. 1 — 2, sog. Tokajer Schatz: Abb. 5. 3 — 4, Vésztő). Dieser Ohrring hat ausge­zeichnete Paralellen ganz bis Bulgarien. Die Schönsten Analogstücke enthält der Boljetiner Schatz aus der Umgebung des Eisernen Tores. Das nähste, fast gleiche Exemplar stammt aus der Nähe von Nis in Ostserbien. Es kam eine neuere schöne Serie aus dem Gräberfeld Nr. I. von Ablanica in Bulgarien vor. Auch aus Mitrovica ist eine Variante bekannt. Mit Granulation und Filigranarbeit reich versierte halbmondförmige Ohrgehänge : Typ Kecel. Ein schönes Ohrringpaar kam in Kecel zum Vorschein (Abb. 4. 1—2). Es ist aus Gold, ebenso, wie ein anderes, aus Sárrétudvari stammendes Stück. Ahnlicherweise gehört zu den schönsten Stücken auch der Ohrring aus Versecvát/Vattin. Parallellen waren bisher aus dem byzantinischen Kulturkreis bekannt. Zu den bulgarischen Fundstellen gehört nun auch Pliska und Misevsko, wovon ebenfalls silberne Exemplare vorkamen.

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