Folia archeologica 40.

Andrea H. Vaday: Szarmata aranyleletes férfisír Dunaharasztiból

150 ÉVA GARAM Das in Längsrichtung gekerbte, bei dem Treffpunkt der Arme mit runder Rosette (Zierstein?) verzierte Kreuz kommt unter den byzantinischen Funden des 7. Jh. oft vor (z. B. im Schatzfund von Mersin, im Museum von Zypern mit der Fundortsangabe von Konstantinopel und auch in der Stathatos-Samm­lung). M Die Kopfdarstellung kommt an Münzen häufig vor. Auf dem Avers der Münzen des Justinianus II. (685 — 695; 705 — 711) sind zwei aufeinanderblickende Köpfe zu sehen mit einem Kreuz zwischen ihnen. Auf den gleichaltrigen lango­bardischen Münzen befindet sich je ein nach rechts blickender, mit einem Band umgebundener, kurzhaariger Kopf. 3 0 An Medaillons kommt auch der im Profil dargestellte Kopf häufig vor. Zuweilen stimmen die Details mit denen der Köpfe von Dunapataj völlig überein. Aus Konstantinopel oder aus Syrien stammt das auf das Ende des 6. Jh. datierte Medaillon, auf dem das Band und das Haar ähnlich ausgeführt sind, der Kopf is groß, das Ohr von charakteristischem Bogen hat eine völlig gleiche Zeichnung wie das Ohr auf dem Kopf von Dunapataj. 31 Die einander gegenüberblickenden Kopfdarstellungen auf Reliquienschreinen, Gemmen und Goldplättchen sind auch Häufig. (Abb., 6 2; 4). 3 2 Es ist schwer zu entscheiden, ob diese Köpfe Kaiserporträts sind,oder Apostel, Heiligen darstellen ? Die Heiligen wurden zu dieser Zeit oft ohne Bart, in ihrer Hand mit Kreuz darges­tellt, jedoch die Kaiserporträts zeigen ebenfalls Männerköpfe ohne Bart. Der entge­genblickende Kopf der Agraffe von Dunapataj registriert die Forschung als einen Frauenkopf. Aus der Bartlosigkeit und den langen Haaren müssen wir aber noch nicht unbedingt auf eine Frau schließen. Die Christus-und Erzengeldarstellungen dieser Periode ähneln dem entgegenblickenden Kopf von Dunapataj. Fast ähnliche Darstellungen sehen wir auch auf den Goldblattkreuzen (z. B. Gisulf—Kreuz), ob­wohl es auch bei diesen umstritten ist, ob es sich um eine Christus- oder eine Porträts­dar Stellung handelt. 3 3 In der frühmittelalterlichen Goldschmiedekunst erscheint Christus oft mit bartlosem Gesicht. 3 4 Es mag sein, daß auf der Agraffe von Duna­pataj die um das Kreuz sichtbaren Gestalten die Apostel Petrus und Paulus, der entgegenblickende Kopf hingegen Christus darstellt. Diese Dreierdarstellung kommt in diesem Zeitalter häufig vor. Es kann aber auch angenommen werden, daß die im Profil dargestellten Köpfe Kaiserporträts sind, der im Profil entgegen­blickende Kopf stellt hingegen Christus dar. Auf den byzantinischen Gold­schmiedegegenständen des 6 — 7. Jh. erscheinen oft noch die Darstellungen des Hl. Sergios und Bakchos, die bartlosen Männerköpfe sind mit dem langarmigen Kreuz des Märtyrertums zu sehen. Diese Mätyrerköpfe blicken aber im allge­meinen nach vorne und werden nicht im Profil dargestellt. 3 3 2 9 Cyprus 1961, Pl. XXXIV. 3.; Ross 1965, Pl. XXIV. 18. XCVII I.; Stathatos 1963. Pl. XLIV. 232. 3 0 Wroth 1908, II. Pl. XLI. 1., XXXVI. 6. 3 1 Ross 1965, Pl. XCIX. 179. 3 2 Ovcsarov — Vaklinova 1978, 108, Abb. 124. 3 3 Roth 1973, 200. Taf. 24. 3. 3 1 Volbach 1958, Abb. 120. 3 5 Splendeur . . . 1982, 147. o. 16.; Volbach - Lafontaine Dosogne 1968, fig. 42, Pl. XXII.

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