Folia archeologica 40.

Andrea H. Vaday: Szarmata aranyleletes férfisír Dunaharasztiból

144 ÉVA GARAM richtig. Das Schmuckstück dürfte zum Zusammenhalten des aus einem schwe­reren Material gefertigten Obergewandes gedient haben. In den kleinen Schach­teln ohne Bodenplatte war einst wahrscheinlich eine Holzanlage oder man füllte den inneren Teil mit einem farbigen, starren Material aus, das an der leicht durchbrochenen Seitenplatte durchzusehen war. Die Agraffenform und ihr Ursprung Die Gewandagraffen sind in der Frühawarenzeit unbekannt. Aufgrund unserer bisherigen Kenntnisse erscheint die Agraffe in dem mit der Münze des Konstantions IV. datierten Fund von Ozora— Tótipuszta, in runder , \-eiliger Form. In der mittelawarenzeitlichen archäologischen Nachlassenschaft kommen — zwar selten — die gepreßten, runden und viereckigen Agraffenpaare vor. Die Tracht der Agraffe wird häufiger, jedoch nicht allgemeiner im 8. Jh. Zu dieser Zeitperiode gibt es zwei Haupttypen: die flache, runde sog. B-.osettenagraffe mit Glaseinlage und die ovale, mit gepreßten Kugeln, Bogenreihen, graviert-punzierten Palmetten verzierte sog. Schachte lagraffe. Den richtigen Platz des Agraffenpaares von Dunapataj müssen wir unter diesen Typen suchen. Wie T. Horváth 1 1 und später auch Verfasserin 1 2 bemerkt haben, stehen dei ovalen Schactelagraffen mit dem Agraffenpaar von Dunapataj in erbindung. Läßt sich dies aber auch von den Rosetten- und Schachtelag­raffen behaupten? Von wo lassen sich diese zwei verschiedenen Formen ableiten? Unter den Vorgängern des mittelawarenzeitlichen archäologischen Fundma­terials Südrußlands finden wir keine Agraffen. Die zwei, viereckigen, gepreßten Verzierungen von Romanowskaja Staniza 1 3 konnten aufgrund ihrer Größe (7,3 cm von je einer Seite) kein Agraffenpaar gewesen sein. Die Beschläge byzan­tinischen Ursprunges dürften ursprünglich eine andere Funktion gehabt haben. (Auf den Fotos kann auch heute nicht die für die Agraffenpaare so charakteristische Schiingenverbindung gesehen werden). Der Ursprung der Agraffen ist im byzantinischen Denkmalmaterial zu suchen. Ähnliche, zum Zusammenhalten des Gewandes dienende Verzierungen können wir aber auch hier nicht vorfinden. Die zelligen, später Rosetten- und Schachtelag­raffen wurden — unserer Meinung nach — mit der Umänderung der Gegenstände von ursprünglich anderer Funktion oder als ihre Nachahmung früher in den Werkstätten der byzantinischen, später der awarischen Goldschmiede erzeugt. Die technischen Details der Konstruktion der ältesten, aus Gold gefertigten Agraffen (Zellen mit Ziersteineinlage, Ziersteineinfassungen, perlenreihenhalten­de Bögen) und ihre Verzierungsart (z. B. reliefartige Darstellungen) rufen den Gedanken des byzantinischen Ursprunges der Agraffen wach. Da es nicht zweck­dienlich wäre, das Agraffenpaar von Dunapataj von den übrigen awarenzeitli­chen Agraffen getrennt zu untersuchen, schildern wir kurz die Gruppierung der Agraffentypen und den Entwicklungsgang ihrer Ausbildung. Der Ursprung der awarenzeitlichen Agraffenform, als eines Gegenstandstyps geht auf mehrere Wurzeln zurück. Die Vorläufer sind byzantinische Scheiben­1 1 Horvárh 1935, 61 — 62. 1 2 Garam 1978, 215. 1 3 Erdélyi 1982, 54. Abb. 30.

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