Folia archeologica 39.

Sándor Soproni: Decebal-fejes agyagmécses

131 aggressive Außenpolitik den benachbarten Völkern gegenüber gefährdete auch das sich im Gebiet des Barbaricum ausgestaltete Gleichgewicht der Kräfte. Rom konnte natürlich die stets gefährlicher werdende außenpolitische Lage nicht untätig zusehen. 4 1 Obwohl Decebal nicht an den Angriff des Reiches denken konnte, bedeutete er in der Donaugegend doch einen ständigen Unsicherheits­faktor. Traianus wollte dies mit der Vernichtung des dakischen Königreiches beseitigen, da es in dieser Hinsicht als ein gefährlicher Feind galt. Der Treubruch Decebals: die Gefangennahme des römischen Botschafters Longinus, 4 2 sodann per geplante Versuch eines Meuchelmordes an Traianus 4 3 machten seine Person in den Augen der Römer verhaßt und widerlich. 4 4 Decebals Besiegung und Tod wurde dementsprechend in seiner Zeit als ein denkwürdiges Ereignis angesehen. Aus diesem Aspekt, ist es überhaupt nicht als ungewöhnlich zu betrachten, daß der abgeschnittene Kopf des besiegten, gefährlichen und verhaßten Feindes als Triumphzeichen auch an einer Lampe vorkommt. Der abgeschnittene Kopf eines Feindes — wie wir oben sahen — war stets eine beliebte Trophäe bei den Römern. Die Besiegung des dakischen Königs war in der Umgebung seines einstigen Reiches, also im Karpatenbecken und in der Gegend der unteren Donau beson­ders gebilligt. 4 5 Die Grabinschrift von Ti. Claudius Maximus, des einstigen Soldaten der ala II Pannoniorum, die Darstellung der Traianussäule sowie die antiken Quellen, die Erzählung von Dio Cassius und die Fasti Ostienses machen eindeutig, daß der Kopf des dakischen Königs abgeschnitten und an einer Platte dem Heer vorgezeigt wurde, bevor man ihn nach Rom getragen hätte. Die Darstellung und Form unserer Lampe läßt darauf schließen, daß ihr Hersteller den abgeschnittenen und auf eine Platte gelegten Kopf zu verewigen gewünscht hat. 4 1 Zu Decebal: Brandis 1901, Sp. 2247-2252; Fit Z 1964, 1404-1405; Daicoviciu 1969,. 561-566. Zur Bedeutung der Gefahr: Mócsy 1986, 45. 4 2 Dio Cassius LXVIII 12,1 - 5. 4 3 Dio Cassius LXVIII 11,3. 4 4 Eine gute Charakterisierung über Decebal und die ausgestaltete Lage bei Tóth 1986, 81. 4 5 Bezüglich der Herstellungsstelle der Lampe verfügen wir über keine konkrete Angabe. Beachtenswert ist aber vor allem in der Gegend der unteren Donau der sich in der Namenge­bung zeigende ,,Decebalkult" von gewissem Grade. Auf die Namengebung: Alföldi 1944,34 — 35 und 46. E. Tóth richtete meine Aufmerksamkeit auf diese Möglickeit. 11*

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