Folia archeologica 39.

Sándor Soproni: Decebal-fejes agyagmécses

122 SÁNDOR SOPRONI Im geschilderten Rahmen können die erwähnten Kriterien — unserer Mei­nung nach — nur an eine einzige Person bezogen werden und diese ist der dakische König Decebal. Im weiteren untersuchen wir, mit welchen Argumenten sich diese unsere Vermutung unterstützen läßt und ob unsere Feststellung annehm­bar sei. Im Laufe unserer Untersuchung wünschen wir die aufgeworfene Frage einerseits im Spiegel der historischen Ereignisse, anderseits der zeitgenössischen Quellen und Darstellungen zu beantworten. Der am Ende des 1. Jh. stark zu Kräften gekommene dakische Staat bedeu­tete zur Zeit des Kaisers Domitianus für die Römer im mittleren und unteren Donauraum eine ständige Gefahr. Während des ersten dakischen Krieges der Domitianuszeit gelangte Decebal, der letzte König der Daker zur Herrschaft. In der ersten Phase des Krieges, im Winter des Jahres 85/86 erzielten die Daker durch ihre Überraschungsangriffe auch Erfolge, jedoch erlitten sie im Jahre 88 bei Tapae eine Niederlage. 1 5 Der Friedensabschluß war von gewissem Standpunkt aus betrachtet für Decebal vorteilhaft. Nach mehr als einem Jahrzehnt besiegte Traianus in zwei Feldzügen den vom Gesichtspunkt der Sicherheit des Römerre­iches stets unangenehmer werdenden dakischen Staat. Der zweite Feldzug endete 105 — 106 mit der völligen Vernichtung des dakischen Staates und mit dem Tode seines Königs Decebal. Nach dem römischen Sieg organisierte Traianus aus den eroberten Gebieten die neue Provinz Dazien. Unsere Aufmerksamkeit richtet sich vor allem auf die Umstände des Todes des dakischen Königs Decebal. Über seinen Tod berichten Dio Cassius, die Darstellung an der Traianussäule und ein in Saloniki zum Vorschein gekommener inschriftlicher Grabstein. Laut der Erzählung von Dio Cassius verübte der sich von den ihn verfol­genden Römern flüchtende Decebal — vor Angst, daß er in die Hände des Feindes fällt — Selbstmord. 1 6 So stellt ihn auch die Traianussäule dar, auf der der von der römischen Reiterei verfolgte Decebal sich unter einer Eiche (?) ersticht (Abb. 8). 1 7 Es verdient eine besondere Aufmerksamkeit der in Saloniki zum Vorschein gekommene, für uns außerordentlich wichtige Grabstein. Die Grabin­schrift von Ti. Claudius Maximus, des Veteranen der ala II Pannoniorum berichtet darüber, daß der Verstorbene: ,,. . .ab eode(m) (sc. Trainaus) factus j decurio in ala eade(tn) quod / ce pis set Decebalu(m) et caput / eius pertulisset ei Kani s s to / ro' 4 8 Die Inschrift weist klar auf die Tatsache hin, daß Ti. Claudius Maximus den Kopf des dakischen Königs abgeschnitten und zum Kaiser Traianus getragen hat. Unter den Darstellungen der Traianussäule ist auch noch zu sehen, wie der abgeschnit­1 5 Zur Geschichte der dakischen Kriege zusammenfassend: Patsch 1937, 3—134; Forni 1974; Strohe!. 1984; Miesy 1986, 43-46 und 551 - 552 (mit weiterer Literatur). 1 6 Dio Cassius LVIII 14,3: AexsßaXc^ Sé, cbç xai то ßaaiXsiov aÛToù xai, rj X^P a хате^Хтртто gÙ[itzocgoc xai aÙTÔç ëxiv­S ÚVEUEV áXtövai, SieypvjaaTO éauxóv, xai rj хссраХт) aúxoü èç TYJV 'Pá>fj.7)v /хкгхоу-ьат] xai ouxcoç r ( Aaxia 'Pco[xaiwv ÙTTJXOOÇ èyéveTO, xod TTÔXEIÇ ÈV аитт) о Tpai'avoÇ xaxooxiaev. Zum Selbstmord Decebals: Patsch 1937, 118; Speidel 1970,142, Anm. 2; vgl. noch: Zonaras XI 21 (III. S. 67); und die Annahme von Speidel (1971, 75 — 78), wonach die Darstellung des Selbst­mordes von Decebal auf dem Denkmal von Adamklissi gleichfalls angetroffen werden kann, leugner VULPE (1975,75,Anm. 21). 1 7 Cichorius 1900, Tafelband Feld CXLV. 1 8 Speidel 1970; Speidel 1970a.

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