Folia archeologica 39.

Tibor Kemenczei: A magyar Duna-Tiszavidék és az Északnyugat-Balkán kapcsolatai a korai vaskorban

BEZIEHUNGEN IN DER FRÜHEISENZEIT 109­Zwischen der früheisenzeitlichen Bevölkerung des Alföld und des nord­westlichen bzw. mittleren Balkans dürfte es zu ständigen Beziehungen im 8. Jh. v. u. Z. gekommen sein. Unter den aus der früheren Periode stammenden Metallfunden der Donau-Theißgegend finden wir keine Gegenstände von süd­licher Herkunft. Solche Funde sind westlich der Donau die aus dem 9. Jh. v. u. Z. auf uns gebliebenen Bronzeschätze von Románd —Sághegy —Typ, die die Pro­dukte der Metallkunst der örtlichen Späturnenfelderkultur enthalten. 5 9 Östlich von der Donu stellen unter anderen die Bronzefunde von Bükkszentlászló, Prügy, Szanda die Denkmäler dieser Periode dar. 6 0 In diesen liegen auch schon Gegen­stände östlichen Typs vor, d. h. in diesem Jahrhundert dürften sich im ungaris­chen Alföld ethnische Gruppen östlichen Ursprungs niedergelassen haben. Diese nahmen wahrscheinlich im 8. Jh. v. u. Z., während der Hallstatt B 3-Periode Be­ziehungen mit der Bevölkerung der serbisch-syrmischen Donaugegend auf. Aus dieser Zeit stammen die im Fundmaterial Transdanubiens und des Alföld vor­kommenden ältesten Gegenstände von nordwest- und mittelbalkanischem Typ (Nagyság, Pécs, Biharugra, Besenyszög —Fokoru). Dies war das Zeitalter, als sich durch die Erzeugung örtlicher, aus dem Alföld und aus dem mittleren Bal­kan stammender Gegenstandstypen in der serbischen und syrmischen Donau­gegend ein eigenartiges, selbständiges Zentrum der Metallkunst ausgestaltete. Seine Produkte erreichten auch das ungarische Alföld, was für die zweite Phase der Beziehungen zwischen den beiden Gebieten spricht (Kecel, Kisterenye, Szolnok). Wie lang diese Phase gedauert hat, kann gegenwärtig noch nicht genau festgestellt werden. Möglicherweise reichte sie auch in das 7. Jh., in den Anfang der Hallstatt C-Periode über, was unter anderen auch die im Bronzefund von Ilok vorhandenen Ha C-zeitlichen Bronzephaleren zu beweisen scheinen 6 1. Ob­wohl uns nur Streufunde zur Verfügung stehen (Somlyóhegy, Somlyóvásárhely, Békés), können aber auch diese beweisen, daß die Verbindung zwischen der ungarischen Donau-Theißgegend und den davon südlich gelegenen Gebieten selbst zur Ha C-Periode nicht unterbrochen wurde. Dies stellt die dritte Phase der Beziehungen dar. Die vierte Phase im 6. Jh. v. u. Z. fällt schon auf die mittlere Eisenzeit. Die charakteristischsten Denkmäler dieser Phase sind die aus dem sky­thenzeitlichen Gräberfeld von Szentes-Vekerzug zum Vorschein gekommene Perle makedonischen Typs, die vogelförmigen Anhänger und die Bronzefibel. 6 2 Fassen wir nun die aus der Analyse der Gegenstände von nordwest- und mittelbalkanischen Ursprung ziehbaren Lehren zusammen, so kann festgestellt werden, daß sich unter den sog. thrakisch kimmerischen bzw. präskythischen Metallfunden des Karpatenbeckens zwei Gruppen, eine nördliche und eine süd­liche Gruppe auseinanderhalten lassen. Diese entstanden in verschiedenen Zent­ren der Metallkunst, die im 8 —7. Jh. v. u. Z. eine regelmäßige Verbindung mitei­nander hatten und voneinander die Gegenstandtypen gegenseitig übernahmen und erzeugten. Aufgrund der Elemente südlicher Herkunft läßt sich das frühei­senzeitliche Denkmalmaterial des ungarischen Alföld genauer datieren, chronolo­gisch absondern. 5 9 Németh-Torma 1965, 59; Mo^olics 1974, 81. 6 0 Gallus- Horváth 1939, Taf. 10; Kemencéi 1981, 29; Kemencéi 1984, Taf. 123. 6 1 Majnaric-Pad Zic 1968, 38, Taf. 3, 1 -3. 6 2 Párducz 1954, taf. 15, 7-9,11, Taf. 17, 3.

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