Folia archeologica 38.

Bíróné Sey Katalin: A pécsváradi éremlelet

EIN INSIGNE DES OMIIARUS 199 belknopffibel, 3 8 zum Vergleich der goldenen Gürtelschnalle 3 9 sowie zur Rekon­struktion einer Glas- nzw. Holzschale. 4 0 Die im Grabe gefundenen zwei Silberkrüge konnten in den Rahmen der spätantiken Silberkunst — meines Wissens — noch nicht untergebracht werden. Zu den im Grab zum Vorschein gekommenen sechs Goldpendilien hat die archäologische/historische Forschung bisher noch keine Stellung genommen. Vorliegende Abhandlung wünscht nicht die goldschmiedetechnische bzw. stilkritische Bearbeitung der Pendilien durchzuführen, sondern ihre Rolle im Leben bzw. im Grabe zu klären oder zumindest versuchen, eine ihrer Funktion von den möglichen Erklärungen zu geben. 4. Die Interprätierimg der Pendilien Das im Ungarischen Nationalmuseum aufbewahrte Goldpendilium von v\pahida 4 1 (Abb. 1 — 2) wiegt 78,70 g. Das Gewicht der im Besitz des Muzeul de Istorie al RSR zu Bukarest vorhandenen 5 Pendilien aus Apahida 4 2 (Abb. 3—6) beträgt 65,03 g, 61,10 g, 64,72 g, 59,15 g und 57,48 g. 4 3 Das Gesamtgewicht der sechs Pendilien ist demnach 386,18 g, was das Gewicht von ca. 85 Solidi aus­machen kann. Unter Berücksichtigung der fehlenden Ketten und „Glocken" eines Teiles der Pendilien dürfte das Gesamtgewicht der sechs Pendilien ca. 400,0 g gewesen sein. Den Wert von mindestens 85 oder wahrscheinlich von noch mehreren (88 ?) Solidi können wir vielleicht dann am besten schätzen, wenn wir ihn mit dem 230,20 g schweren Handgelenkring der germanischen könig­lichen Insignienvon Apahigda, d. h. mit dem Gewicht von 51 Solidi vergleichen. 4 4 Bei dem Interpretationsversuch der sechs Pendilien können wir mit Sicher­heit als Ausgangspunkt annehmen, daß sie keinesfalls in engerem Sinne genom­mene Gebrauchsgegenstände waren. Gruppieren wir die Gegenstände des Om­harus-Grabes von Apahida ihrer Funktion nach und ziehen wir als Vergleich die Funde des gleichaltrigen und bestimmt königlichen Cbilderich-Grabes und die Funde des Grabes II von Apahida heran (Tab. 2), so können wir bezüglich des Omharus-Grabes bzw. der Zusammensetzung seiner Funde als charakteris­tisch betrachten, daß bei diesen außer den Gegenständen mit /«.«iWM-Charakter 45 nur unmittelbar zur Tracht gehörende Funde (Schnallen, Fingerringe, Schuh­schnalle) sowie ein Trinkservice (2 Silberkrüge und Glas-(Holzbecher) vorkom­men. Im Omharus-Grab wurden weder Waffen 4 0, noch Pferdebeschirrungen oder eine Bursa voller Münzen begraben. Diese Beobachtung weist darauf hin, daß wir die 6 Pendilien — ohne praktische Funktion — in den Kreis der königlichen Insignien (Tab. 2) unterbringen und die Lösung zu ihrer Interpretation im Kreise der königlichen Insignien suchen. 3 8 Heurgon 1958, 21-30.; Keller 1971, 52.; Bierbrauer 1975, 122- 124. 3 9 Werner 1966, 287-288.; Horedt - Protase 1972, 191-192. 4 0 Kiss 1982, 171, Abb. 5-8 bzw. 170-171. Abb. 4:1 4 1 Inv.-Nr. 27/1897. 1. 4 2 Fettich 1953, Taf. 23:1-5 = Inv. Nr.: 54254 - 54251 - 54252 - 54253 - 54579(1) 4 3 Für die Mitteilung der Daten spreche ich auf diesem Wege R. Harhoiu meinen Dank aus. vgl. Kiss 1986. 4 4 Werner 1980, 6. 4 5 ihre Zusammenstellung: Werner 1971, 44 — 45.

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