Folia archeologica 38.

Kemenczei Tibor: A békéscsabai aranylemez

EMAILLIERTER P I ERDEGESCHIRRBESCIILAG 163 rád in seiner Funktion und zum Teil auch in seiner Ausführung. Dieses Exemplar weist vor allem in der Ausführung der mittleren Zierscheibe und der unteren, die Anhänger haltenden Seitenstange eine Ähnlichkeit zum Pferdegeschirr von Visegrád auf. Das Aufhängen dürfte mit den oben an zwei Seiten vorhandenen Ösen erfolgt sein, an welchen an der äußeren Seite des oberen Teiles die Abwetzungsspuren gut sichtbar sind. Zum Aufhängen benutzte man wahrscheinlich Lederriemen. In den Kreisbögen des scheibenförmigen mittleren Teils sind auf verblaßtem F^mailgrund Millefiori-Blümchen, im Außenfeld weiße Kreise und blaue Blumen zu se­hen. Der Scheibe schließen sich acht Rundel an, die zwei seitlichen sind mit rotem, die übrigen mit grünem, einfarbigem Email ausgefüllt. Der mittlere Teil der an beiden Seiten untergebrachten Dreiblattmuster ist mit weißem Email, an der Innenseite mit Millefiori-Blume, wie auch die untere zum Halten der Anhänger dienende, gerade Seitenstange mit Email ausgefüllt. Der untere Rand der zum Aufhängen der drei verschollenen Anhänger vor­gesehenen, runden Öffnung zeigt starke Abnutzungsspuren auf, insbesondere bei den zwei äußeren Öffnungen. An der Rückseite (unteres Bild) sind keine Befestigungsspuren zu sehen, jedoch ist die Oberfläche stark rauh. Möglicher­weise diente dieser Beschlag als Riemenverteilerblech, hierauf kann auch die Abgewetztheit der oberen runden Löcher hindeuten. H : 615 mm, Br: 975 mm. Ein emailverzierter Riemenbeschlag mit zwei Anhängern kennen wir auch aus dem Auxiliarkastell von Carmantum. 1 0" Von den sehr seltenen, großen, emaillierten Pferdegeschirren unterscheidet sich der eine andere Form zeigende, jedoch unten mit Anhängern versehene Be­schlag des in der Provinz Germania Superior, in Geinsheim-Böbingen (Pfalz) zum Vorschein gekommenen Bleches. 1 1 Der längliche, trapezförmige Beschlag (L: 155 mm.) ist mit in senkrechten Streifen und Halbkreisbögen geordneten, bunten Millefiori-Blumen und Schachbrettmustern nach einem sich wiederho­lenden System bedeckt. Den unteren Teil verzieren in zwei Reihen einzeln einge­hängte blatt- und tropfenförmige emaillierte Anhänger. Laut A. Radnóti „war der unten freihängende Beschlag entweder auf Stirn und Nase des Tieres auf­gebracht, oder er hing in der Mitte des ledernen Pferdegurtes, jedenfalls war er frontal in Fahrrichtung zu Schau gestellt." Gleichfalls im Gebiet von Germania Superior, in Arae Flaviae (Rottweil, Baden-Württemberg) kam ein verziertes, emailliertes Pferdegeschirr zum Vor­schein. 1 2 Dies ist ein großer, im wesentlichen scheibenförmiger Anhänger, zu dem vermutlich keine weiteren kleineren Hängeglieder gehört haben. Oben eine „massive Öse, in der Mitte vierteilige Öse auf roter, türkisfarbener und grüner Emaileinlage, die spitzovalen Blätter besitzen ebenfalls eine grüne Emaileinlage, auf dem Rand um das Mittelfeld befindet sich eine feine, wellenlinienförmige Punktverzierung, oben und unten sind außerdem jeweils zwei rote bzw. grüne 1 0» H. Stiglitz, Auxiliar-kastell-Carnuntum. Carnjb 1986. Wien 1987, 207, Taf. 4,2. 1 1 Radnóti, A., Der Fund von Geinsheim-Böbingen. Mitteilungen des Historischen Vereins der Pfalz. Festschrift. Speyer 1969,99 - .Taf. 3 a - b. 1 2 Planck , £>., Arae Flaviae. Neue Untersuchungen zur Geschichte des römischen Rott­weil. Teil II. Forschungen und Berichte zur Vor- und Frühgeschichte in Baden Württemberg. Bd. 6/1Г. 31., Taf. 75,2.

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