Folia archeologica 37.

Sándor Soproni: Marinianus Ursicinus magister

DF.H FUND VON VIZESD-PUSZTA 217 bachten und diese Eigenartigkeit kann man eventuell später an einzelne Werks­tätte oder Werkstätten knüpfen. Es soll noch kurz erwähnt werden, daß der Gold­beschlag mit Textilmuster so gefertigt wurde, daß man das Goldblech auf das grob gewobene Textil angepreßt, ausgeglättet hat, sodann wurden die Bleche kreisförmig ausgeschnitten, worauf auch das Textilmuster der zurückgebogenen Blechränder verweist (Abb. 5). Dies müssen wir deshalb hervorheben, da dem­nach die untere, zu bedeckende Fläche nicth mit Textilie überzogen war, denn da würde sie nämlich auf den Biegungsrändern und auf dem zurückgebogenen Teil die Verzierung der Oberfläche kein Fortsetzung bilden, im Muster des Bleches ist keine Spur einer Verknitterung oder Unterbrechung. Einen Gold­blechüberzug mit Textilmuster können wir an der Schnalle des Grabes von Szentes Dónát Mágocspart beobachten, 7 3 jedoch ahmen auch jene Schnallenüberzüge ei­nem Goldstoff nach, wo auf dem Goldblech eine effektvolle, einfachere, gepunzte Verzierung des Textilmusters erscheint. Nach den Zubehören des Pferdegeschirrs müssen wir noch kurz auf die übrigen Gegenstände des Fundkomplexes eingehen. Schon früher befaßten wir uns 7 4 mit den Beschlägen des Schuhriemens und seiner Einschnallungsweise, so soll hier nur soviel erwähnt werden, daß die zwei bogenförmigen sarmatischen Schnallen und Riemenzungen (Abb. 2.8—9, 13— 14) zu dem Schuhriemen gehört haben, während die den Gürtel verkoppelnde Schnalle und die breitere Rie­menzunge nur in Fragmenten erhalten geblieben sind (Abb. 2.6,11 — 12,15). Von den Stücken kann soviel festgestellt werden, daß die Schnallen zu den einglied­rigen, mit ovalem Schnallenkopf und Unterlagsplatte versehenen Schnallen gereiht werden können (Typ I, Gruppe 2, Variante 1), die Riemenzungen hingegen in den eingliedrigen Riemenzungentyp (Typ I) gehören. 7 5 Im sarmatischen Barbaricum des Karpatenbeckens kommen Glasgefäße sehr selten vor, in den Gräbern des 2—3. Jhs erscheinen sie als Grabbeigabe noch seltener. Die Analogie des einhenkligen, in Zeichung zusammengestellten Glasgefäßes mit Glasfadenauflage von Vizesd puszta (Abb. 3.1.) ist bisher weder aus den römischen Provinzen, noch vom Gebiet des Barbaricum bekannt. 7 8 Das Glasmaterial der Provinzen, die das sarmatische Barbaricum zwischen Pannonién und Dazien mit Handelswaren versahen, ist aber gut bekannt, weniger wurde jedoch die pontische Glasware publiziert, deshalb können wir eventuell daran denken, daß das Glasgefäß von Vizesd puszta ein von Osten gebrachtes Exemplar, das Produkt irgendeiner pontischen Glaswerkstätte aus dem 2.Jh.ist. Schließlich müssen die zwei Chalzedonknöpfe mit geschliffener Verzierung erwähnt werden (Abb. 3.2—3). Auch aus dem Grab 6 des Kurgans von Cetiri Brata kam eine flache, scheibenförmibe Chalzedonperle zum Vorschein, der Knaufknopf des Schwertes. 7 7 Dieser Knaufknopf gehörte zu einem Schwert, dessen Klinge 102 cm und Griff 16 cm lang war. Bei den Schwertern und Dolchen 7 3 Párduc^ Taf. XXXII. 6.; Vaday-S^öke 1983, 117, mit weiterer Literatur. 7 4 l 'aday — Kulcsár, а. а. О. 7 5 s. Anm. 74. 7 e Barkocy, L., Die römischen Gläser aus Ungarn. Studia Archaeol. im Druck. In seinem großen Material fand er kein einziges ähnliches Glasgefäß. Für seine freundliche mündliche Mitteilung möchte ich mich auch an dieser Stelle bedanken. 7 7 Moskova 1978, 73, Abb. 2/2

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