Folia archeologica 37.

Sándor Soproni: Marinianus Ursicinus magister

208 ANDREA H. VA DAY Die Funde sind nicht mehr vorhanden. Die Eintragung im Inventarbuch weicht zum Teil vom literarischen Hinweis ab: „Die Beigaben dieses — nämlich des Hügels — waren eine Gürtelschnalle, Fragmente einer Eisentrense und ein unverziertes, kleines Tongefäß." 5 0 Unter den sarmatischen Grabfunden sind, trotz dessen, daß die Sarmaten sich wie es im allgemeinen bekannt ist — im Karpatenbecken als nomadische Reitervolk angesiedelt haben, die Zubehöre des reiterischen Lebensweise praktisch unbekannt sind. In Szentes-Sárgapart finden wir bei Grab 30 hierzu einen Be­weis: „70 cm tief, mit dem Kopf nach Süden, mit den Füßen nach Norden gerich­tetes, 140 cm langes Frauenskelett. Gestörtes Grab. Enthielt auch einen Pferde­schädel, in dessen Maul drei eiserne Trensenfragmente waren." 5 1 Von den einmal für vandalisch, ein anderes Mal für sarmatisch gehaltenen Hügeln von Geszteréd zeigen im Hügel 3 oder A die Eisentrense und die Sporen die Lebensweise ihres Besitzers an. 5 2 Bei der Untersuchung der sog. sarmatischen Schnallen und Riemenzungen ergänzte sich das Trachtbild des sarmatischen Rei­ters mit den bisher nicht erkannten Y-förmigen Schuhriemenbeschlägen und Sporen. 5 3 Der sich mit dieser Periode ausführlich befassende M. Párducz hob die sarmatischen Reiterbestattungen nicht getrennt hervor, obwohl er bei dem Einholen der Funde der sog. Hügelgräberfelder und der Hügelgräber fallweise auch die in den Gräbern zum Vorschein gekommenen Pferdereste eigens er­wähnte. In den meisten Fällen handelte es sich um ausgeraubte, an Funden arme oder völlig beigabenlose Gräber. Er erwähnt Pferdeknochenreste aus Nagy Korhány halom von Nagykálló, Debrecen-Basahalom, Kandra-halom aus dem Hortobágy, aus den in der Gemarkung von Káty im einstigen Komitat Bács­Bordrog (heute Jugoslawien) sich erhebenden Hügeln und ebendort aus Hügel 3 von Szentfülöp. Ähnliche Spuren wurden bei Hügel 19 von Bácsmadaras, in Jászalsószentgyörgy auf dem Borsahalom und in Szentes Dónát Mágocspart beo­bachtet. 5 4 Obwohl aus Vizesd puszta keine Pferdeknochen erwähnt werden, lohnt es sich wegen der in der Beschreibung vorkommenden Trense vom Gesichtspunkt der Reiterlebensweise den Fundkomplex zu untersuchen. Um so mehr, da aus einem Teil dieser Funde M. Párducz eine Halskette von ungewöhnlicher Form rekonstruiert hat. 5 5 Bei seiner Fundbeschreibung kommt die Benennung: Hals­schmuck noch mit einem Fragezeichen versehen vor, 5 0 jedoch einige Zeilen weiter unten tauchte in ihm betreffs der Richtigkeit der Rekonstruktion nicht der gerings­te Zweifel auf. Zur Rekonstruktion benutzte er die halbeiförmigen Beschläge, die doppelten, „beilförmigen" Anhänger, das mit Haken versehene bzw. mit 4 a MNM NGy Inv.-Nr.: 42. 1895. 247. 51 1 Milleker 1906, 292. Stützt sich an den zitierten Brief von Kisléghi. 5 1 Párducz 1950, 11, Taf. XIX 2-4. Zuletzt Párducz 1950, 62, Taf. LXXXVIII. 3. 5 3 Vaday — Kulcsár im Druck. 5 4 Párducz 1941, 23; Párducz 1950, 63, 66, 68, 72, 74-75 mit früheren Literaturhinweisen. 5 5 Párducz 1950, 78, Abb. 1. 5 6 Párducz 1950, 77.

Next

/
Thumbnails
Contents