Folia archeologica 36.
V. Kocztur Éva: Adalék Solymár római kori történetéhez
DIE PTOLEMÄISCIIE BESTIMMUNG 91 Es ist wohl nicht nötig ausführlicher zu erörtern, wie wesentlich unter dem Gesichtspunkt der pannonischen Geschichte im 2. Jahrhundert, und besonders unter dem Gesichtspunkt der Kriegsgeschichte, das Beantworten jener Frage ist, zu welchem Gebiet das Donau-Knie hinzurechnen sei. Die Theorie, wonach die in den Militärdiplomen genannten Truppeneinheiten in topographischer Reihenfolge aufgezählt sind, wird durch die Lager, die auf diesem Gebiet erbaut wurden (Odiabo, Crumerum, Solva, Cirpi und Ulcisia Castra) weitgehend beeinflußt. Es ist keinswegs gleichgültig, ob man die Truppeneinheiten der Militärdiplome aus Pannónia Inferior von Ulcisia Castra, oder ob man diese von Crumerum an in die einzelnen Lager verteilt. Und ebenso kann das Feststellen der Hinzugehörigkeit auch bei der Untersuchung der Ziegelstempel und der Inschriften des Militärs, die auf dem Gebiet gefunden wurden, nicht gleichgültig sein. Man kann über die Angaben des Ptolemaios zusammenfassend folgendes sagen. Man findet gar keinen Widerspruch in der Beschreibung dessen, zu welcher Provinz die einzelnen Siedlungen hinzurechnen sind. Brigetio gehört nach seiner Schilderung noch zu Pannónia Superior, und das stimmt mit der Lage, die aus anderen Angaben bekannt ist, überein. Curta-Crumerum wird an erster Stelle schon unter den Siedlungen von Pannónia Inferior genannt. Darum begann die Trennungslinie beider Provinzen östlich von Brigetio, und westlich von Curta bei der Donau-Grenze des Imperiums. Diese Angaben scheinen jener Mitteilung des Ptolemaios zu widersprechen, wonach die gemeinsame Grenze beider Provinzen bei der Mündung des Flusses (N)Arabo begann. Nach dieser anderen Angabe hätte Brigetio eine Stadt von Pannónia Inferior sein sollen. Dies ist jedoch ein offenbarer Irrtum, der auch der Schilderung des Ptolemaios selbst widerspricht, indem er nämlich Brigetio an letzter Stelle unter den Siedlungen von Pannónia Superior die Donau entlang erwähnt. Einen so groben Irrtum wird man Ptolemaios nicht zumuten wollen. Man findet jedoch die Lösung, wenn man die Angaben der geographischen Grade berücksichtigt. Der Wassername Napaßüv bereitet keine besondere Schwierigkeit; er ist Name des Flusses Arrabo, heute Raab. „Das falsche N am Anfang ist vielleicht von den Stellen aus eingedungen, an denen der Akkusativ mit TOV steht (290; 3, 296; 19)" — schrieb O. Cuntz. 1 6 Wesentlicher ist für uns die andere Korrektur. Die Lage von Brigetio wird unter jenen Siedlungen, die man die Donau entlang findet (II 14, 2), in den Manuskripten mit der Länge (xa' (41 °) und Breite fxç'yo" (4640') angegeben. Es besteht jedoch ein Widerspruch zwischen diesem Lokalisieren von Brigetio mit geographischen Graden einerseits, und der Lage der übrigen Siedlungen die Donau entlang andrerseits. Denn am besagten Breitengrad liegen schon die inneren Städte der Provinz: Savaria, Poetovio und Sala. Es wird auch schon in der früheren Textausgabe von Wilberg und Müller darauf hingewiesen, 17 daß Brigetio nicht im Inneren von Pannonién, sondern am Ufer der Donau liegt. Darum wurde die Breitenangabe [xç° (46°) sinngemäß auf fxZ, (47°) korrigiert. Auf dieser Breite liegen die castella des Donau-Ufers. Doch läßt sich die wirkliche Lage von Brigetio auch mit dieser Korrektur nicht bestimmen. 1 C Cuntz, О-, aa- O. 188. " Müller , K., Claudii Ptolemaei, Geographica (Paris 1883)