Folia archeologica 36.

Virágh Dénes: Római villa első ásatási térképünkön

138 ILONA KOVRIG Bei den Diademen der 2a/Untergruppe bezogen die die Exemplare von Bere­zovka, Verhne Pogromnoe und Tiligul II-Anotonovka erzeugenden Goldschmie­de, bei denen die Produkte der spätantiken Werkstätten gewiß nicht unbekannt gewesen sein konnten, ihre Steine aus derselben Quelle, wie die bosporanischen Goldschmiede. Das pseudodreiteilige Diadem von Berezovka ist keine Nachah­mung des Exemplars von Kerc. Auch das mit der Gruppierung der hochmugeli­gen Steine hervorgehobene, verhältnismäßig schmale Mittelfeld und die betonte Oberrandverzierung können auf andere Vorbilder zurückgeführt werden, even­tuell auf die Produkte der antiken Goldschmiedekunst. Von den in Ungarn zum Vorschein gekommenen Funden zeigen die Schnallen von Murga 10 7 im Ge­schmack eine Verwandtschaft zu dem Mittelfeld dieses Diadems. Die Stirnverzie­rung des Exemplars von Sipovo (Grundform von Kanattas und Kerc) kann auf das Vorbild zurückgeführt werden, aus dem auch die Vogelköpfe des syrischen Armbandes stammen. Die auf vielerlei Formen und mit unsorgfältig geschnittenen, geschliffenen Steineinlagen verzierten Diademe der 2 bc Untergruppe gelangten vom Fluß Tili­gul mit dem hunnischen Vordrang nach Westen, wo sie dominierend wurden. Der Gebrauch dieser in großer Menge billig erzeugbaren Steinform erscheint plötz­lich zu Beginn des 5. Jhs und es hat den Anschein, daß nach der Mitte des Jahr­hunderts sie auf den Schmuckgegenständen, selbst auf den germanischen Fibeln mit Goldüberzug nicht mehr angewendet wird. Bezüglich ihrer Erzeugung schlies­sen wir uns der Vermutung von B. Arrhenius an: „Vielleicht hatte man in den pontischen Gegenden Schleiferein für die Fertigung einfacher Halbedelsteine und Granate, die dann auch an die Germanen verkauft wurden" (Granatschmuck und Gemmen aus Nordischen Funden des frühen Mittelalters, Stockholm, 1971, S. 26). Auffallend und charakteristisch ist, daß diese Steinformen, die im klassisch-antiken und später im byzantinischen Bereich völlig unbekannt sind, auch östlich von der Dnepr-Linie nicht einheimisch waren. Es handelte sich zuletzt von Diademen der Donaugegend und von Schlesien als von Schmuckgegenständen, die in iranisch-barbarischen Traditionen der Gebiete jenseits der Wolga wurzelten und vor der Zeit von Bleda und Attila erzeugt wurden, jedoch in die Gräber erst später kamen. 10 8 In der Voraussetzung der Herstellungszeit spielte offenbar auch eine Rolle, daß die Exemplare von Höckricht/Jendrzychowice und Dulceanca nicht in ihrer ursprünglichen Funk­tion in das Grab gelangten. Hierzu müssen noch die zerstückelten Diademteile von Budapest inzugerechnet werden. Wir können aber mehrere Argumente erwähnen, die dafür zu sprechen schei­nen, daß die von uns in die 2bc/Untergruppe gereihten Diademe die spätesten Kopfschmücke der Hunnenzeit repräsentieren. Vor allem ist der Umstand zu erwägen, daß ihre Mehrheit (Tiligul I., Buhäieni, Gheräseni, Csorna und das mit ihnen engste Verbindung zeigende Dadem von Tiligul II-Antonovka) in ihrer ursprünglichen Funktion in die Erde gekommen ist. Ferner, daß ihr Verbrei­tungsgebiet das westliche Vorkommen der Diademfunde bildet und sie dort alleinherrschend sind.) Im Zusammenhang damit taucht unwillkürlich im Falle 10 7 Alföldi, A., a.a.O. Taf. XXVI, 2—5. 10 8 Bóna, I., a.a.O. 306.

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