Folia archeologica 36.
Virágh Dénes: Római villa első ásatási térképünkön
136 ILONA KOVRIG Die schmale, spitzige Riemenzunge dieses Fundes bezeichnet die Mitte des 5. Jhs als voraussetzbare obere Zeitgrenze. 9 7 Eine fein ausgeführte, mit der Qualität der Diademe vergleichbare, goldene Riemenzunge mit fünf- und dreireihigen, granulierten Dreiecken, Flechtmusterumrahmung und Schmucksteineinlage liegt im Funde von Scerbataja kotlovina (Novaja Majacka) vor. 9 8 Die ohne Dreieckmuster, bloß mit einer um die Steineinlagen angewandten Granulation verzierte Variante dieses Riemenzungentyps kann auch im vorher erwähnten Fund von Kucugury angetroffen werden; in primitiverer Form, ohne Granulation hingegen in Ungarn, im Fund von Bátaszék. Den Fund von Scerbataja kotlovina (einige Gegenstände von diesem zeigen auf Grund der Form, Verzierung und Technik mit dem Fund von Pécsüszög 9 9 eine enge Verbindung) reiht auch Ambroz in seinem Datierungsvorschlag zu seiner I. chronologischen Gruppe der aus der Zeit des Hunnenreiches stammenden Funde. Unserer Meinung nach ist dies ein gutes Beispiel dafür, daß die feingranulierten Goldschmücke mit geflochtener Umrahmung mit den Pferdegeschirren und Waffenbeschlägen, deren Goldblech mit plangeschliffenen Schmucksteineninlagen, gepreßtem Perlenreihenrand verziert war, gleichzeitig gebraucht wurden. Die Goldbleche mit der Ornamentik der granulationsverzierten Diademe verwandte Technik und Komposition finden wir eher an den Waffen-, Pferdegeschirrbeschlägen und Trachtzubehören der Permgegend, im Kasachstan und im Altaigebiet vor. 10 0 Auf die Frage, weshalb die granulationsverzierten Diademe selbst zur Blütezeit der Hunnenmacht westlicher als die Krim-Dnepr-Linie nicht gelangt sind — insofern wir den chronologischen Vorschlag von Ambroz nicht akzeptieren — so ergeben sich mehrere Voraussetzungen. Hier sollen bloß zwei aufgeworfen werden. 1) Diese sind Produkte der zweiten Hälfte des 4. und vom Beginn des 5. Jhs, die Beginn der Jahre 400 schon die weiter oben von uns in die 2. Gruppe eingereihten Diademe ablösen. Für die Tätigkeit der spätantiken Werkstätten dienen in der zweiten Hälfte des 4. Jhs für die Anwendung der in Dreieckform geordneten, fünfreihigen, feinen Granulation und der in regelmäßige Foim geschnittenen, vor allem hauptsächlich mugelig geschliffenen Steine von den Funden des Karpatenbeckens die im Schatzfund I. und II. von Szilágysomlyó/ 9 7 z.B. Olbia: Posta В., Régészeti tanulmányok az Oroszföldön. — Archäologische Studien auf Russischem Boden 11.(1905) 388, Abb. 225, 6; aus Gräbern von Kerc neulich: Zaseckaja, I. P. Bosporskie sklepy gunnskoj epohi как hronologiceskij etalon dija datirovki pamjatnikov vostocnoevropejskih stepej. KSIA 158 (1979) 8, Abb. 3, 11 -12, 71-72; In Ungarn im Fund von Lengyeltóti: Вакау К., a.a.O. 152, Abb. 3, 11 — 12. 9» Alföldi, А., a.a.O. Taf. XXV, 1; Zaseckaja, I. P., Zolotye.. . 58f., Nr. 47. 9 9 Alföldi, A., a.a.O. Taf. Ill, 5-8, Taf. IV, 8-11. 10 0 z.B. Im Permgebiet: Brjuhanovskij vyselok, Sadadrinskogo uezda ( Zaseckaja , I. P. a.a.O. 53f., Nr. 35 — 38, Taf, V.,); die Schwertperle stimmt mit der des weiter unten erwähnten, am Carys-Fluß Zum Vorschein gekommenen Prachtfundes überein. — In Kasachstan: im Fund von Scuc'e-Borovoe lassen sich selbst auf Grund der Abbildungen zwei Stil- und Formgruppe streng unterscheiden; die Rekonstruktion des sogdischen oder iranischen Dolches seitens A. K. Ambroz ist musterhaft) Stepi Evrazii. . . 15). In der Altai-Gegend hebt sich der SW von Barnaul, am Carys-Fluß, in der Nähe von Tugozvonogo geborgene Fund hervor (Mann mit deformiertem Schädel) mit einem reichen Inventar. Umanskij, A. P. Pogrebenie epohi „velikogo pereselenija narodov" na Caryse. Drevnie kul'tury Altaja i Zapadnoj Sibiri (Novosibirsk 1978) 129ff.