Folia archeologica 36.

Virágh Dénes: Római villa első ásatási térképünkön

134 ILONA KOVRIG Die Herkunft der Formen der Diademe mit vielen Aufsätzen ist eindeutig nicht geklärt. Die granulationsverzierten Diademe hält die Forschung im allgemeinen für Schmuckgegenstände der Hunnenzeit; J. Werner erörtert sie zwischen engere Zeitgrenzen gedrängt als Trachtzubehöre hochgestellter Frauen des Attila­Reiches, 8 5 was offenkundig bildlich zu verstehen ist, da ja das Attila-Reich nur neun Jahre bzw. die gemeinsame Herrschaft mit Bleda auch nicht länger als 19 Jahre bestanden hat. Hier muß aber auch von neuem auf die Erscheinung hingewiesen werden, die gleichfalls eine chronologische Frage aufwirft, nämlich, daß die granulationsverzierten Diademe weder mit dem großen hunnischen Vordringen der Jahre 420, noch zur Blütezeit der Hunnenmacht unter Bleda und Attila weiter nach Westen als die Dnepr-Krimlinie gelangt sind. A. K. Ambroz schlägt auf Grund der Verzierung, der eigenartigen Formen und der Begleitfunde dieser Diademe eine Datierung auf das 7., eventuell schon auf das 6. Jh. vor. 8 6 Von den auf den chronologischen Vorschlag von Ambroz entgegenge­brachten Meinungen möchte ich bloß einige erwähnen. Das im Fund von Meli­topol', in der Verzierung des Sattelbeschlages dominierende,V-förmige Motiv ist an einem Silberblech eines neuerdings in Ungarn zum Vorschein gekommenen hunnischen Fundes anzutreffen, was Ambroz natürlich noch nicht kennen kann, da sich der Bericht darüber zur Zeit im Druck befindet. 8 7 Im Fund von Zeleno­kumsk war der hornförmige Schmuck (vgl. Anm. 28, Abb. 1.1), die Analogie der Exemplare von Leninsk, Marfovka, Varna und Balteni mit einem solchen Schnallentyp zusammen (vgl. Anm. 28 Abb. 3, 4), der von der zweiten Hälfte des 4. Jhs im Karpatenbecken und in den Funden nach der Mitte des 5. Jhs nicht mehr vorkommt. 8 8 Die Parallellen der im selben Fund aus den drei Rundfassun­gen zusammengestellten Goldverzierung (vgl. Anm. 28 Abb. 1,8) stammen im Karpatenbecken bestimmt nicht aus einer späteren Zeit als die Mitte des 5. Jhs. 89 Für das Vorhandensein des hornförmigen Schmuckes im 5. Jh., d. h. zur weiteren Bekräftigung der Richtigkeit der von den Verfassern vorgeschlagenen Datierung des Fundes von Zelenokumsk ist zu erwähnen, daß ein verwandtes Exemplar der größeren Zierscheibe (vgl. Anm. 28 Abb. 1,5) aus dem nahen Karjazskoe goro­disce bei Stavropol zum Vorschein gekommen ist, so wie darauf Ohon'ko und Otjuckij auch hinweisen; ebendort wurde auch ein drachenkopfförmiger 8 5 Werner, J., a.a.O. 66ff. Ambroz, A. K., Problemy . . .SA 1971. Nr. 2. lOOff.; Ders., SA 1971 Nr. 3. 113ff.; Ders., Stepi Evrazii . . . 13ff. 8 7 1979 gefundener hunnischer Fund: zwei Schwerter, das eine Schwert mit almandin­besetzter Parierstange, Goldlechüberzugsreste eines Bogens, Trensenstangen mit Goldblech, Goldbleche mit Schuppenmuster, Pferdegeschirrbeschlage, vgl. Arch. Ért. 107(1980) 248. Den Fund hat P. Tomka bearbeitet und wird in Acta Arch. Hung, erscheinen. Die Fundgegenstände sind mir durch sein Entgegenkommen bekannt und darf sie auch im weiteren erwähnen. 8 8 Im Fund von Tekerőpatak/Valea Strimba schließen die Münzen mit dem Aureus von Gratianus: Székely, Z., FA 5 (1945) 95ff„ Taf. I. 2; Kovrig, I., Acta Arch. Hung. 10 (1958) 215, Taf. I, 3—4; Bakay, K., a.a.O. Abb. 3,9. 161f.; Von den vielen Gräbern aus der Sowjetunion erwähne ich bloß ein authentisch freigelegtes Grab aus Bei jaus (Krim): Dasevskaja, O. D., Pogrebenie gunnskogo vremeni v Cernomorskom rajone Kryma. MIA Nr. 169. 55ff. Abb. 4 8 9 Pécsüszög: Alföldi A., a.a.O. Taf. IV, 13: Szeged - Nagyszéksós: Fettich, N., Sze­ged—Nagyszéksós Taf, II, 11-14.

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