Folia archeologica 36.

Virágh Dénes: Római villa első ásatási térképünkön

DAS DIADEM VON CSORNA 127 Auffallend ist, daß auf dem Diademfragment von Culak-Tau sich solche, in ungewöhnlicher Form geschliffene Schmucksteine befinden (Abb. 8: 1), deren Analogie (vielleicht Produkt derselben Steinschleifwerkstätte) eine Fibel. (Abb. 8: 2) verziert, die von diesem erwähnten Fundort in der Luftlinie mehrere tausend Kilometer entfernt in Ungarn, im Grabfund von Regöly e( i zum Vorschein gekommen ist. Es kann angenommen werden, daß das Fragment von Culak-Tau vielleicht in sekundärer Anwendung, von dem nördlichen Küstengebiet des Schwarzen Meeres nach Kasachstan gelangt ist. Über das dreiteilige Diadem von Proletarskaja (Nr. 15: Rayon Curjupinsk) steht uns nur die Angabe zur Verfügung, daß hier außer den Granaten auch Bernstein zur Verzierung gedient hat 6 7 und so konnte es zu keiner Untergruppe eingereiht werden. In welch großem Maße man an diesen Diademen ohne Granulation bestrebt war die ganze Oberfläche farbvoller auszugestalten, beweist die Zahl der Einlagen. Die Halbedelsteine dürften zu Zehntausenden in die verschiedenen Goldschmiede­werkstätten geraten sein, da ja bloß auf den hier vorgeführten Diademen insge­samt mehr als 2000 Steine angewendet wurden. 0 8 Edelsteine kamen auch unter den Geschenken vor, die von den byzantinischen Gesandten den höheren Würden­trägern Attilas überreicht wurden.® 9 Ob diese Geschenke aus echten Edelsteinen oder aus Halbedelsteinen bestanden haben, dafür liegen uns keine Angaben vor. Jedenfalls kann festgestellt werden, daß an den charakteristischen polychromen Goldschmiedearbeiten, Schmucksachen, Trachtzubehören, an den Goldblechbe­schlägen der Waffen und Pferdegeschirre der Hunnenzeit mit Ausnahme des Topases von Culak-Tau bisher keine Edelsteine vorgekommen sind. Dementgegen sei es bemerkt, daß der Edelstein an den spätantiken Schmuckgegenständen nicht selten ist. Die Diademe wurden im allgemeinen aus nicht feinem Gold hergestellt, es gibt unter ihnen viele aus Elektron, 7 0 auch vergoldetes Silber kommt vor (das Exemplar von Sipovo ist nicht einmal aus Edelmetall gefertigt). Auch das Diadem von Csorna rührt nicht aus der direkten Einschmelzung und Aufarbeitung von Solidi her. Die als Anhang beigefügte Goldanalyse zeigt ihre chemische Zusam­mensetzung. Vergleichen wir an der Tabelle das Goldmaterial des Diadems von Csorna (I. Nr. 16) mit der Zusammensetzung des Solidus von Valentinianus III. 0 0 Mészáros Gy., a.a.O. Abb. 7; Farbbild bei Kovrig, I., in Propyläen Kunstgeschichte, Supplementband IV (1979) 130, Abb. 35. 6 7 Nicht publiziert. Erwähnt bei Tihanova , M. A. —Cernjakov , I. T., a.a.O. 122, Nr. 15. 6 8 Das Diadem von Kerc war mit 260 (nach der Information von Fremersdorf bei Schramm, E. P., a.a.O. 129, Anm. 3.), das von Csorna mit 158, das von Tiligul I. mit 154 (Schramm, ebd.), das von Buhäieni mit mehr als 121 Schmucksteinen verziert. Auf dem 2 X 3,2 cm großen Fragment von Dulceanca befinden sich 16 Steine (eine Reihe fehlt, also wir können mit 20 Steinen rechnen), so dürfte-die Länge des Exemplars von Kerc in Be­tracht genommen die Zahl der Steine — in Anbetracht ihrer ähnlich engen Anbringung — mehr als 200 gewesen sein und dasselbe steht auch für das Diadem von Höckricht) Jendrzy­chowice, auf dem zwar die Steine etwas lockerer waren, jedoch ihre Zahl ebenfalls die 200 erreicht haben konnte. Auf dem mit gleichfalls dicht besetzten und mugeligen, großen Steinen verzierten Exemplar von Tiligul II-Antonovka hatten nur 100 Steine Platz. 6 9 Priskos, In: Hist. Graeci Min. cd. Dindorf, Vol. 1. 8. 7 0 Auf diese Erscheinung hat Tihanova nachdrücklich die Aufmerksamkeit gelenkt, a.a.O. 125.

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