Folia archeologica 36.
Virágh Dénes: Római villa első ásatási térképünkön
118 ILONA KOVRIG Die Reihe der Diademe hat sich noch mit einem Fund aus Ungarn erweitert. In Budapest (XIV. Bez. Zugló) gelang es 1961 bei einer Hausfundamentierung aus einem gestörten hunnenzeitlichen Skelettgrab Fundgegenstände zu bergen, aus welchen auch auf den einstigen Reichtum des Grabes geschlossen werden kann. 2 9 Unter den Gegenständen waren zur sekundären Anwendung zerschnittene Stücke eines mit Almandinen verzierten Golddiadems (Nr. 26) so wie in den Funden von Dulceanca :i 0 und Höckricht/Jendrzyhowice; wahrscheinlich enthielt auch dieses Grab, so wie die oben erwähnten eine Männerbestattung. Die zerschnittenen Bleche (im Historischen Museum der Stadt Budapest ausgestellt) zeigen, daß das Diadem auf Grund seiner Ausführung und seines Verzierungssystems sich in jene Kopfschmuckgruppe einfügt, die in Ungarn bisher nur das Diadem von Csorna vertritt. Bei der Erörterung der Diademe kann auch eine Angabe aus Ungarn nicht außer acht gelassen werden, wonach 1818 in Csatár, im Komitat Tolna bei der Fundierung eines Preßhauses ein Skelett gefunden wurde, „auf dem Kopf mit einer Krone aus purem Gold, in der gelbe, grüne, rote und weiße Steine waren . . ., neben dem Skelett befand sich auch ein goldener Stab und ein Ohrgehänge". Der Fund wurde in Baja verkauft und ist seitdem verschollen. Das Gut ließ an der betreffenden Stelle eine Grabung durchführen, „doch fand nichts anderes als ein verrostetes Schwert und eine Flasche. Das Skelett war zwischen Marmorsteinen". 31 Trotz der verlockenden Möglichkeit wage ich niacht betreffs der „Krone" eindeutig auf ein hunnisches Diadem zu schließen. Die von Zaseckaja in die Gruppe der dreiteiligen Diademe eingereihten Goldbleche mit Bronzeunterlage von Novogrigor'evka (Grab VIII und IX) 32 halte ich nicht für Diademteile, sondern für Tragbügel von Schwertscheiden und habe sie deshalb nicht an der Karte angeführt. Auch das erwähnte Goldblechfragment von Scuc'e-Borovoe gehört nicht überzeugend zu einem Diadem und wurde gleichfalls nicht an der Karte markiert. Die beiden Goldbleche 3 3 des im Kalinin-Sowchos gefundenen Männergrabes betrachte ich ebenfalls nicht als Bruchstücke eines dreiteiligen Diadems, jedoch um die Numerierung von Tihanova-Cernjakov behalten zu können, wurden sie auf die Karte aufgenommen. scheinlich fehlt die oberste Schmucksteinreihc. An den mit Schmucksteinen reihenhaft verzierten Diademen war im Falle der dreieck-, rechteckförmigen, spitzovalen und ovalen Schmucksteine die Praxis, daß diese mit ihrer Längsachse vertikal gestellt angewendet wurden (vgl. diesbezüglich die im weiteren erwähnten Kopfschmücke von Kerc, Buhäieni, Csorna, Höchricht usw.). Die Scheiben, von welchen bei einem Stück die Funktion des Schwertknaufes auch die Verfasser erkannt haben, waren aller Wahrscheinlichkeit nach nicht auf das Diadem montiert. 2 9 Über den Fund berichtete, T. Nagy., Arch. Ért. (1962), 265; Ders., erwähnt ihn in: Budapest Története (Die Geschichte von Budapest) Bd. I. (Budapest 1973) 189f. Der Fund ist unveröffentlicht, die Anführung der Angaben erfolgt mit Zustimmung von T. Nagy, wofür ich ihm auch an dieser Stelle Dank sage. 3 0 Dumitrescu, V., О nouä märturie a prezentei hunilor ín Muntenia: fragmentul de diademä de aur de la Dulceanca. SCIV 12 (1961) 55ff. Abb. 1. 3 1 Gadl, Л.—Kőhegyi, M., Tolna megye Pesty Frigyes helységnévtárában. Szekszárdi Balogh Adám Múzeum Évkönyve VI—VII (1975—76) 309. 3 2 Zaseckaja, I. P., Polihromnye ... AS 10 (1968) 40; Dieselbe., mit Fotos: Zolotye . . . <54f., Nr. 65—66. 3 3 Vysockaja, T. N.—Cerepanova, E. N., a.a. O. 187ff. Abb. 2, 1—2.