Folia archeologica 35.
Mesterházy Károly: Adatok az V-VI. századi gepida-thüring kapcsolatokhoz
96 ÉVA GARAM Kleine Riemenzunge aus gegossenem Gold, in stark abgenutztem Zustand. Die Vorder- und Hinterplatte ist mit aus vereinfachten Ranken und Blättchen bestehenden je 2 Rankenbündeln verziert. Die Umrahmung der Felder besteht gleichfalls aus einer Stäbchenrankenreihe, die Zahl der umrahmenden Ranken an der Vorder- und Hinterplatte ist nicht gleich. An der Seitenplatte befindet sich in unregelmäßiger Anordnung ein Ährenmuster. Zum Einfangen des Riemens dienen 2 St. aus je 3 Blättern bestehende, sich dreieckförmig erhöhende Ösen, die von einem Goldniet zusammengehalten werden. III. SONSTIGE GEGENSTÄNDE: 1) Deckplatte einer Zopfspange (?): Mártély, Grab В (Abb. 2: 9). Inv. Nr. 95/1891.35. N 550. Gewicht: 0,90 g. Schmales, rechteckförmiges Goldblech mit abgebogenem Rand, an den Enden mit je 2 senkrechten Kerbungen, an der Oberfläche mit runder Punzierung verziert. 2) Goldblech: Mártély, Grab В (Abb. 2: 10). Inv. Nr. 19/1892.248. N 551. Kleines, rechteckförmiges Goldblech, die E,nden sind fragmentarisch, mangelhaft. Die Oberfläche unverziert. 3) Goldbleche: Mártély, Grab 8 (Abb. 2: 11). (Bei Hampel Grab 7, dem Inventarbuch nach Grab 8.) Inv. Nr. 15/1892.124—127. N 689. Gesamtgewicht der 4 St.: 0,38 g. Schmale Goldblechfragmente, die dem Inventarbuch nach „in der Gegend des Schwertgriffes gefunden wurden". 4) Goldbleche: Mártély, Grab 12 (Abb. 2-, 12). Inv. Nr. 15/1892.248—250. N 551. Gewicht mit dem Goldblech unter Nr. 2 zusammen: 0,76 g. Zerknitterte, fragmentarische, kleine Goldbleche. Das eine ist von abgerundetem Ende, das andere von geschweifter Seite. Sie dürften vermutlich die Unterlagsbleche von kleinen Riemenzungen gewesen sein. * * * Der allgemeinen archäologischen Fachmeinung nach — deren materieller Hintergrund vor allem das mitgeteilte Fundmaterial bildet — ist das greifenrankenverzierte Denkmalmaterial der Spätawarenzeit an Goldfunden arm. In der Frühawarenzeit finden wir nicht nur in den Gräbern der Fürsten und der führenden Schicht, jedoch auch in denen des gemeinen Volkes oft Goldgegenstände, Schmucke, Gürtelverzierungen. In den Gräbern des gemeinen Volkes der Mittelawarenzeit sind auch keine Seltenheit die Goldgegenstände, jedoch ihre Proportion ist im Vergleich zu den der Frühawarenzeit viel geringer. Die Gräber der Fürsten und der führenden Persönlichkeiten aus der Spätawarenzeit sind bisher noch unbekannt. Über ihren einstigen Reichtum haben wir