Folia archeologica 35.

Kubinyi András: Isten bárányát ábrázoló törvénybeidéző pecsét (billog)

EIN AGNUS DEI DARSTELLENDES ZITATIONSSIEGEL Im Frühjahr 1983 ist in Szatmárcseke ein 105,81 g schweres Bronzesiegel zum Vorschein gekommen, dessen Durchmesser mit Öhr 68 mm, ohne Öhr 59 mm war. Seine Inschrift: +SIGILLVM ADALBERTI REGIS umfaßt in einem hervorragenden Rand des Siegelbild, welches das Lamm Gottes darstellt. Das Siegel gehört zu den in Ungarn besonders im 11—12. Jh. häufigen sog. Zitationssiegeln (ung. billog), mit dessen Vorweisung man vor das Gericht vor­geladen wurde. (Erst vom Jahre 1231 an wurde die schriftliche Vorladung wichtiger.) Die Schwierigkeit verursacht vor allem, daß wir keinen König, namens Adalbert hatten. Wir wissen aber, daß Béla I. (1060—1063) auch Adalbert ge­nannt wurde. Für die Identifizierung des „Königs Adalbert" mit Béla I. spricht auch, daß der zweite Herrscher, der Münzen mit dem Lamm Gottes prägen ließ am Ende des 11. Jhs Swatopluk, Prinz von Olmütz, der Enkel von Béla I. war. Die Buchstabenformen der Inschrift scheinen aber dieser Identifizierung zu widersprechen. Entsprechende Buchstaben finden wir erst im letzten Drittel des 12. und im ersten Drittel des 13. Jhs in größerer Zahl vor. Dies scheint eher auf Béla III. (1172—1196) oder auf seinen Enkel Béla IV. (1235—1270) hinzuweisen, der von 1220 an als jüngerer König schon Urkunden ausgestellt hat: wir müssen demnach voraussetzen, daß nach dem Vorbild von Béla I. seine Abkömmlinge ähnlichen Namens Adalbert getauft wurden. Béla III. lebte in seiner Jugendzeit als Thronfolger in Byzanz, wo man an der Vorderseite der kaiserzeitlichen Bullen Christus dargestellt hat, so dürfte das — ansonsten seit dem Trullanum — 692 — in Byzanz verbotene — Agnus Dei, als ein Christussymbol gleichfalls auf das byzantinische Vorbild und auf die Rechtgläubigkeit des seine Treue zur lateini­schen Kirche zu Beweisen gezwungenen Herrschers hingewiesen haben. Die Ab­handlung untersucht das Siegel außerdem auch noch auf sphragistischer, numis­matischer und ikonographischer Grundlage und hält als Schlußergebnis die Identifizierung mit Béla III. am wahrscheinlichsten. Sehr wichtig ist außerdem der ideologische Inhalt der Darstellung auf dem Siegel, da ja das Christussymbol aufweisende Siegelbild vom Hinweis auf den König umnommen wird — ohne die Devotionsformel ,dei gratia'. Es kann aber auch die Möglichkeit nicht völlig ausgeschlossen werden, daß wir mit der ikcnographischen Erscheinung der Formeln „rex est imago dei" bzw. „rex est vicarius Christi" zu tun haben.

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