Folia archeologica 35.

Garam Éva : Későavar kori aranytárgyak a Magyar Nemzeti Múzeum Népvándorláskori Gyűjteményében

VLERAPSIDALER KLRClIENTYP 123 Bekannt ist die Angabe, daß sich König Béla IV. 1235 in der zur Zeit seines Prinzentums (von 1225) gebauten und auf jeden Fall schon damals geweihten Kirche, in der Sankt Peterskirche krönen ließ. 2 0 Danach sprechen unsere schrift­lichen Quellen darüber, daß die jeweiligen Könige nach ihrer in der königlichen Basilika erfolgten Krönung in die Sankt Peterskirche zogen wo sie ihre eigentliche Herrschaft mit dem Ritterschlag und feierlicher richterlicher Rechtssprechung begannen. 2 1 Zwischen den Angaben müssen causale Zusammenhänge bestehen, die eine gemeinsame Prämisse vermuten lassen. Unserer Meinung nach liegt die Erklärung darin, daß die Sankt Peterskirche nicht zufällig Schauplatz des vom staatsrechtli­chen Gesichtspunkt aus so wichtigen Aktes wurde: die Kirche ist die Ruhestätte des Großfürsten Géza, des Vaters des Begründers der ungarischen Staates, des ersten christlichen Herrschers, des hl. Stephan. Wegen des Alters und der Enge mag die aus dem Ende des 10. Jh. stammende Kirche dem nach Hoch strebenden Prinzen Béla IV unwürdig erschienen sein, der dann über das Grab des Groß­fürsten Géza, den er für sein politisches Ideal hielt, eine würdigere und größere Kirche erbauen ließ. Diese würdige Kirche wurde 1235 fertig, und so überschritt König Béla IV., der die mittelalterlichen Bräuche so hoch in Ehren hielt, nicht zufällig die Tradition damit, daß er sich nicht in der königlichen Basilika krönen ließ, wie jeder seiner Vorgänger, sondern schon in der neuen Sankt Peterskirche. Die alte und die neue Kirche sind etwa 2 m voneinander entfernt, offen­sichtlich mußte also die alte abgerissen werden, damit die neue benutzt werden konnte. So kam dieser Zeitpunkt wohl als letzter in Betracht, da die Kirchen mit noch evtl. griechischer Zeromonie und ihre Geistliche zu funktionieren aufhör­ten, aufgrunde des Beschlusses der IV. Lateranischen Synode vom Jahre 1215, die eine Liquidierung der Kirchen mit griechischer Zeremonie vorschrieb. 2 2 Offenbar wurden die sterblichen Überreste Gézas in der alten Kirche exhu­miert (und wenn er einen Sarkophag hatte, so wurde er an einen neuen Ort überführt). Dies wissend oder sehend, mag der Krakauer Bischof Dlugos, der an der Fehérvárer Krönungsfeierlichkeit von Wladislaus (Ulászló I.) teilnahm, 1440 festgehalten haben, daß Großfürst Géza in der Sankt Peterskirche beigesetzt ist. 2 3 Die Krönung von Béla IV in der Sankt Peterskirche ist eine historische Tatsache. Das übrige ist eine Hypothese, die wir aus den Daten über seine Persön­lichkeit und seinen Lebensstil vermuten: König Béla IV. mußte im Interesse der Zentralmacht einen ähnlichen Kampf gegen die machthaberischen feudalen Großherren führen, wie Großfürst Géza gegen die Stammesfürsten; seine Gemahlin (Maria von Laskaris) war ebenfalls eine orthodoxe Christin wie Groß­fürstin Sarolt, und es ist vielleicht auch kein Zufall, daß er nach den sechs Töch­tern, die ihm geboren wurden, seinen 1239 erstgeborenen Sohn ebenso auf den Namen Stephan (István) taufen ließ, wie Großfürst Géza seinen einzigen Sohn. 2 4 2 0 Bartoniek, H., A királykoronázások története. (Budapest 1938) 2 1 Ebd. 2 2 Timko , I., a.a.O. 2 3 Györffy , Gy., Das Erschein . . . 21—22. 2 4 Vajay, Großfürsten Geysa von Ungarn. Familie und Verwandschaft. SF 21(1962) 45—101.; Wertner, AI, Az Árpádok családi története. (Nagybecskerek 1892) 456—462. 498— 499.

Next

/
Thumbnails
Contents