Folia archeologica 32.
István Vörös: Korai holocén vad Equidák a Kárpát-medencében
84 'Г . KEMENCZEI Grab 35. Tiefe: 25 cm. Enthielt zwei mangelhafte, zerbrochene Urnen. 1. Urne, bräunlichgrau. Bdm: 9 cm (Abb. 10,10); 2. Unterer Teil einer Urne mit Asche. Bdm: 9,2 cm (Abb. 10,12). Das Fundmaterial der beschriebenen Gräber kann auf folgende Gegenstandstypen getrennt werden. Bauchige Urnen mit ausladendem Rand. An der Schulter oder im Halsumbruch sind zwei Henkel. Die Verzierung bilden auf dem Hals eingedrückte Punkte, an der Schulter senkrechte Kannelüren und Buckel (Abb. 5,8; Abb. 7,4—5; Abb. 9,1; Abb. 10,1,4, 6, 7) . Diese Urnenform ist ein charakteristischer Keramiktyp der nordungarischen Piliny-Kultur, die sowohl im Denkmalmaterial von Zagyvapálfalva, als auch in der Bárca-Gruppe angetroffen werden kann. Ihre Herstellung wird gleichfalls auf die beiden Perioden Reinecke ВС, und BD gesetzt. Ihrem älteren Typ gehörten als Zierelemente die eingedrückte Punkte, kannelierten Buckel an, während die Schulter ihrer jüngeren Variante senkrecht kanneliert is. 2 Derartige Urnen von Alsóberecki gehören zur älteren Variante. Bauchige, henkellose Urnen mit ausladendem Rand. Ihre Schulter ist von senkrechten Kannelüren, Liniierungen, Rippen, Buckeln verziert (Abb. 4,10; Abb. 5,4; Abb. 6,12; Abb. 8,5; Abb. 9,2). Der Form nach können diese Urnen zum vorigen Urnentyp gereiht werden. Sie sind aus dem Denkmalmaterial der Frühphase der Piliny-Kultur, jedoch auch unter den Funden der Hügelgräberkultur des nördlichen Alföld bekannt. 3 Bauchige Urnen mit kurzem, geschweiftem Hals. An der Schulter befinden sich zwei Henkel. Von diesem Typ gibt es unverzierte, rippen- und punktverzierte Varianten (Abb. 5,12; Abb. 6,1, 16; Abb. 8,1). Ähnliche Urnen sind in größter Anzahl unter den Funden der Hügelgräberkultur des nördlichen Alföld zu finden. 4 Bauchige Urnen mit ausladendem Rand und ohne Henkel. Den Hals können eingedrückte Punkte, die Schulter senkrechte Kannelüren, Buckel verzieren. Ein charakteristisches Zierelement ist an der Schulter das erhabene, herzförmige Muster (Abb. 4,3, 7; Abb. 5,2; Abb. 6,15; Abb. 7,2; Abb. 9,3). Diese Urnenform stammt aus der Hügelgräberkultur des nördlichen Alföld. Die Form des herzförmigen, erhabenen Musters stimmt mit der Form des während der Reinecke ВС-Periode in Mitteleuropa beliebten, herzförmigen Bronzeanhängers fast überein. 5 In Ostungarn kann dieses Ziermotiv außer dem Gräberfeld von Alsóberecki auf den in den Urnengräbern der Berkesz-Kultúr von Vajdácska gefundenen Gefäßen 6 und in NW-Rumänien an den Keramikfunden der Siedlungen des Volkes der Kultur von Spät-Felsöszocs vorgefunden werden. 7 2 Kemencééi, T., Acta Arch. Hung. 19(1967) 270—271.; Der s., Arch. Ért. 93(1966) 87. 3 Ders., Arch. Ért. 95(1968) 180.; Kovács, T., Arch. Ért. 93(1966) 192.; Ders., Tumulus culture cemeteries of Tiszafüred. RFII, 17. (Budapest 1975) Taf. 5, 56/1 ; Taf. 29, 319/2. 4 Ders., Arch. Ért. 93(1966) 193. 5 Mo^solics, A., Bronze- und Golfunde des Karpatenbeckens. (Budapest 1973) 52. 6 Im Museum von Miskolc. Inv.-Nr.: 70.10.1—34. 7 Bader, T., Die Suciu de Sus-Kultur im Nordwesten von Rumänien. SCIV 23/1972/532., Taf. IX, 3,5.