Folia archeologica 32.

József Korek: Die Ausgrabungstätigkeit des Ungarischen Nationalmuseums im Jahre 1979

256 J. KOREK lungen aus der frühbronzezeitlichen Makó-Gruppe, bzw. spätbronzezeitlichen Gáva-Gruppe, und lediglich ein Teil einer Erdhütte vom Ende des 13. Jhs. kam zum Vorschein. Die Kumanenforschung wurde für den vierten, bzw. fünften Fünfjahrplan vorgesehen; wir versuchten die Lösung in Lászlófalva zu suchen. 1979 durch­forschte András Palócai- Horváth ein Grundstück an der NO-Seite der schon frü­her gefundenen mittelalterlichen Landstraße; er legte hier zwei nacheinander gebaute Häuser von ungef. gleichen Maßen frei. Zur früheren Periode können wir das aus vier Räumen bestehende Haus mit Dachpfettenkonstruktion bin­den; seine Länge betrug 26,70, seine Breite 5,20 m. Dem Wohnbau des Hauses aus der zweiten Periode schließen sich zwei Wirtschaftsräume an, in der ersten Hälfte des 16. Jhs. erstanden und bis zum Jahrhundertende in Gebrauch stehend. Auf dem Grundstück hinter den erwähnten Häusern befand sich ein Gebäude wirtschaftlichen Charakters mit ovalem Grundriß, muldenartig vertieft und mit Lehm verputzt, das zur ersten Periode am Ende des 15. Jhs. zu binden ist. Bei der noch heute bestehenden reformierten Kirche wurde die Freilegung des früharpadenzeitlichen Friedhofes fortgesetzt mit der Aufschließung von Gräbern 57 bis 94, die für die Periode charakteristische Beigaben enthielten. Im Laufe der seit Jahren fortgesetzten Ausgrabungen zu Békés-Kastélyig hat Ibolja Gerelyes neuere Details der türkenzeitlichen Plankenbefestigung geklärt. Bei den SO-Grundmauern der Festung, auf einer Fläche von 2x2 m, kam ein gut erhaltener Ziegelboden zum Vorschein, bedeckt von einem stark durch­gebrannten Verwüstungsschicht. Das Fundgut dieser Schicht ist bedeutend: es enthält spätmittelalterliche ungarische und türkische Keramik in großer Menge; auch ein türkisches Kupfergeschirr wurde gefunden. Wichtig sind auch die durchbrochenen Ofenkachelfragmente aus einer Grube, die in ihrem Charak­ter den Stücken auf dem Gebiet des Herrenhauses Abránfi zu Gerla, Komitat Békés entsprechen; die sich immer vermehrenden Funde können zu einer Iden­tifizierung der Werkstätte führen. Eine wichtige Station der Spätmittelalterforschung ist die an Fundstelle Gyepiikaján-Nagykes^i begonnene Ausgrabung, geleitet seitens des Archäologi­schen Instituts der Ungarischen Akademie der Wissenschaften von Imre Holl gemeinsam mit unserem Mitarbeiter Nándor Parádi. Die Dorfstruktur in Trans­danubien weicht, was Baumaterial und -Methode betrifft, von jener des Alföld ab; ihre Bedeutung sehen wir darin, inwiefern für typisch die in den früheren Jahren zu Sarvaly gefundene Siedlung zu betrachten ist. 1979 wurden die Über­reste eines spätmittelalterlichen Wohnhauses freigelegt, wo die Grundlage aus Steinen und Kies bestand; in der Ecke der Wohnküchen lagen die Reste eines Ofens von großen Dimensionen, mit in die Backfläche eingedrückten Keramik­scherben. Die daraus zusammenstellbaren Gefäße datieren das Haus auf das Ende des 15. bzw. in den Anfang des 16. Jhs. Obwohl die Ausgrabungen des Jahres 1979 keine sensationelle Funde brach­ten, dürfte das Reichtum der Beobachtungen im Laufe der Bearbeitung zu be­deutenden Ergebnissen und zum Abschluß mehrerer, durch Freilegungen klär­baren Probleme führen.

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