Folia archeologica 32.

Michnai Attila: Középkori népi építészetünk régészeti emlékei

ARCHÄOLOGISCHE DENKMÄLER DER MITTELALTERLICHEN VOLKSTÜMLICHEN BAUKUNST UNGARNS Beinahe dreißig Jahre sind vergangen sietdem die Ungarische Akademie der Wissenschaften eine archäologische Erforschung mittelalterlicher volkstümlicher Denkmäler zum Ziele gesetzt hat. In dieser Zeitspanne entstanden zahlreiche wichtige Ergebnisse, in erster Reihe auf dem Gebiet der Baukunst. Die Zielset­zung unserer Studie ist diese Daten nach Perioden und Typen zu sammeln und die Haupteigentümlichkeiten kurz zusammengefaßt zu publizieren, um damit für die weitere Forschung eine nutzbare Datensammlung darzubieten. Alle Publikatio­nen sind hier vertreten, welche, wenn auch ganz kurz, vielleicht auch ohne Beweismaterial, doch nähere Angaben zu einem, diesem Gegenstand zugehörigen Objekt liefern. Auf dem Gebiet der Dorfforschung sind im allgemeinen gut das Bereich der Arpadenperiode vor dem 14. Jh. und das des Spätmittelalters (bis einschließlich das 16—17. Jh.) zu unterscheiden. In den weiteren verfolgen wir selbst diese Einteilung. Die häufigsten Bauten der arpadenzeitlichen Dörfer sind einfache Hütten, in verschiedenem Maße (im allgemeinen zwischen 70 und 140 cm) in die Erde ein­gelassen, mit einer durchschnittlichen Grundfläche von 2,2x2,2 m bis 4,5x4 m und unbekleideten Mauern; das Dach wurde am häufigsten durch 2, seltener durch 3, 4 oder 6 Pfosten getragen, wir kennen jedoch auch solche Häuser, wo keine Pfostenlöcher vorhanden sind. Im Inneren befand sich manchmal eine offene Feuerstelle, gewöhnlich wurde aber mit verlehmten, in an Ort und Stelle stehen gelassene Erdwürfeln eingetieften, aus Stein gebauten kleinen Herden geheizt, oder in solchen, die eine Kombination der obigen Bauarten aufweisen. Aus dem zur Verfügung stehenden Material wird es ersichtlich, daß wir immer mehr auf solche Gebäudetypen stießen, die von den obigen abweichen: Wohnhäuser, die überdurchschnittlich groß sind, oder in zwei geteilt, mit unter­schiedlich gebauten Wänden (Blockwand, Bleichwand, mit Holz verkleidete Wände, bzw. Ziegelmauer), Oberflächenwohnstätten (Jurten usw.). Von den Hausinneren haben wir nur spärliche Angaben (einige Lehmbänke, „Sitzgruben", in die Mauern vertiefte Nischen). Einige, gewiß nicht zu Wohnzwecken dienende Gebäude (Werkstätten, Ställe) wurden auch freigelegt. Vom 14. Jh. an verringert sich die Zahl der früher allgemein gewesenen Erdhütten, parallel mit der Verbreitung der mehr entwickelten, sich meistens auf der Oberfläche befindenden Gebäuden mit gebauten Wänden. (Ausnahmen gibt es auch hier: Erdhütten aus dem 17. Jh. kamen auch zum Vorschein.) Vom 15. Jh. — aber teilweise schon vom 14. Jh. an (Sümeg-Sarvaly) gibt es kaum mehr Beispiele für Wohnhäuser, die aus einem einzigen Raum bestehen, dagegen

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