Folia archeologica 32.

Mesterházy Károly: Karoling-normann típusú kengyel a honfoglaló magyaroknál

STEIGBÜGEL KARO LIN Gl SCH-N О RMANN ISCHEN TYPS BEI DEN LANDNEHMENDEN UNGARN Der charakterischeste Steigbügeltyp der landnehmenden Ungarn ist der bir­nenförmige; es kommen aber auch einige Exemplare fremden Ursprungs vor mit geradem Sohlenstück und langen Stangen, welche manchmal mit Kupfertau­schierung verziert sind. Die ungarische Forschung hat sie für wikingisch ge­halten, da ihr Hauptverbreitungsgebiet Nordeuropa ist (sie wurden auch in Un­garn in erster Reihe in den nördlichen Flußtälern gefunden); die slowakische Forschung nimmt jedoch neuerlich für ihren karolingischen Ursprung Stellung. Die in den Sammlungen der DDR in großer Zahl vertretenen, neulich veröffentlichten Steigbügel beweisen, daß ihre westeuropäische Herkunft tat­sächlich eine größere Wahrscheinlichkeit besitzt. Der Steigbügel eines Grab­fundes aus dem Bereich von Brandenburg (näherer Fundort unbekannt; Museum für Deutsche Geschichte, Waffensammlung No. 955) mit Flechtbandmuster in Kupfertauschierung verziert, weist jedenfalls auf einen karolingischen Ursprung hin, doch lassen die Wikingerbegräbnisse von Menzlin und Ralswiek und andere Erscheinungen eine Vermittlung durch die Wikinger nicht ausschließen. Hinsicht­lich ihres Ursprungs nennen wir sie karolingisch-normännischen Typ, inbetracht ihrer Form, die den ungarischen Heugabeln ähnelt, können wir sie auch als gabelstangig bezeichnen. Die landnehmenden Ungarn lernten diese Steigbügel hauptsächlich auf deut­schem Sprachgebiet kennen, uzw. im ersten Drittel des 10. Jhs. Da die Form der ungarischen Steigbügel orientalischer Herkunft auf eine Stiefeltracht mit weicher Sohle weist, lassen die westlichen Steigbügel mit geradem Sohlenstück auf Schuhe mit starker, flacher Sohle schließen. Mit dem Wechsel der Tracht können wir wahrscheinlich erst von der zweiten Generation der Landnehmer rechnen, so konnte das Erscheinen der Steigbügel westlichen Typs gleichzeitig mit den zur westlichen Rüstung gehörenden zweischneidigen Schwertern gesche­hen sein, in der Zeit vor der Mitte des 10. Jahrhunderts.

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