Folia archeologica 32.
Ferenc Fülep-Alice Sz. Burger: Későrómai éremlelet Pécsről
FOLIA ARCIIAEOLOGICA XXXII. 1981. BUDAPEST FUNDE AUS DEM 5 — 6. JH. IM GEBIET VON BRIGETIO Attila KISS Vom Jahre 379 an ließen sich Barbaren aus den jenseits des Limes gelegenen Gebieten massenhaft in Pannonién nieder, uzw. bis zur Aufgabe der Provinz de facto, nach diesem Zeitpunkt auch weiterhin de iure im Status der foederati, doch schon den im Karpatenbecken bzw. in Osteuropa vorhandenen Kräfteverhältnissen entsprechend. Nachdem Pannonién als Provinz aufgehört hat zu existieren, siedelten sich die germanischen Völker der Völkerwanderungszeit vor allem in den römerzeitlichen, fast völlig ohne antike Bevölkerung gebliebenen Siedlungen entlang der Donau gerne an. In der Auswahl ihrer Wohnstätten spielten gewiß dieselben geographischen Gegebenheiten mit, denen schon in der Entstehung der römerzeitlichen Städte und Siedlungen eine entscheidende Rolle zugefallen ist. Es kann aber auch angenommen werden, daß auch die römischen „Anlagen": Straßen, bebautes Ackerland, noch funktionierende Aquädukte, ferner die von den Ruinen und Gräberfeldern der Städte dargebotenen Rohstoffe gleichfalls eine Anziehungskraft ausgeübt haben dürften. Unter der „barbarischen" Herrschaft lebten die an Ort und Stelle gebliebenen Provinzbewohner als mit Steuern belastbare Bevölkerung weiter. Die Ansiedlung der „Barbaren" im Gebiet der römischen Städte kann im Falle der intensiv erforschten Siedlungen gut dokumentiert werden, ist aber auch in den unvollständig durchforschten Gebieten gleichfalls festzustellen. Eine solche von römischem Gesichtspunkt eingehender, betreffs der Völkerwanderungszeit hingegen kaum untersuchte römerzeitliche Siedlung ist Brigetio (Szőny, Kom. Komárom, früher: Ó-Szőny), wo während der Römerzeit eine Legion stationierte und sich auch eine bedeutende Zivilsiedlung befand. Der Großteil der völkerwanderungszeitlichen Funde von Brigetio stammt — meines Wissens — aus dem vorigen Jahrhundert. Ihre Einholung ist Tivadar Tussla zu verdanken, der im Gebiet des einstigen römerzeitlichen Militärlagers und der Zivilstadt einen Grundbesitz besaß. Die Familie Tussla begann schon in den siebziger Jahren des vorigen Jahrhunderts mit ihrer Sammeltätigkeit und als Ergebnis dieser schenkte sie bereits 1881 dem Ungarischen Nationalmuseum — vor allem römerzeitliche — Altertümer. Die im Besitz der Witwe von Tivadar Tussla gebliebenen Funde wurden von Péter Gerecze im Jahre 1914 inventarisiert und dieses Inventar ist mit einem Fotoalbum zusammen auf