Folia archeologica 32.
Tibor Kemenczei: Az alsóberecki későbronzkori urnatemető
WAGENGRAB VON KÁLOZ 139 Zu den ethnischen Fragen können wir im Zusammenhang dieses Grabfundes nichts beitragen, da die begrabenen Gegenstände ohne Ausnahme den allgemein römischen bzw. provinzialrömischen Geschmack widerspiegeln. Das mangelhaft erhalten gebliebene Fundmaterial des Grabes 1 spricht für einen sehr wohlhabenden Bestatteten, es genügt nur, wenn wir bloß an die sehr teuren Glasbeigaben denken. Die Ausrüstung des Grabes bestand aus solchen Gegenständen, die in einem Exemplar oder in je zwei Exemplaren (Kanne, Griffschale) nur die Angehörigen der führenden Schichten aus der Bevölkerung der Provinzen im Ausgang des 1. Jhs. und im 2. Jh. sich erlauben konnten. In den Wagenund Hügelgräbern von Thrakien, Nordgallien und Britannien erhält der in seinem Leben eine hervorragende Rolle spielende Tote einem gewissen System nach die Lampe, Laterne, den Kandelaber, die Kanne, GrifFschale, große Schüssel mit omegaförmigem Henkel und die Wasser speichernde Blechkanne. 17 4 Es bleibt auch die Frage offen, was für ein Zusammenhang zwischen den drei Gräbern von Kálóz besteht. Bildet vielleicht das Grab 1 den Teil einer anderen Grabgruppe oder hängt es mit den später erschlossenen zusammen? Bei der Erschließung des echten Wagengrabes im Jahre 1930 war auch von menschlichen Knochen die Rede. 17 5 Wir wissen nicht, ob die Beigaben des jetzt vorgeführten Grabes 1 aus dem Jahre 1902 dem bewaffneten Reiter des Grabes 2 des Jahres 1927 gehört oder daß hier die vom Scheiterhaufen zusammengetragenen Aschen eines anderen Individuums geruht haben, eventuell in der prismenförmigen Urne. Da man neben dem Wagengrab auch keine Menschenknochen erwähnt hätte, können wir auch daran denken, daß der Wagen vielleicht eine etwas später eingeäscherte Person auf den letzten Weg geführt hat. Kálóz liegt an der provinzialen Magistrale zwischen Brigetio-Sopianae. Hier stehen wir wahrscheinlich der Bestattung einer solchen Person (oder Familienzugehörige?) gegenüber, die in der Heeresorganisation oder in der Zivilverwaltung eine bedeutende Rolle gespielt haben dürfte. 17 4 Im Grab von Káloz gibt es keine Gegenstände, die auf eine Frau schließen lassen, aber in der oben schilderten Region wird das Grabgut der Frauen der Führerschicht mit Juwelen und Toilettenartikeln ergänzt. In den Hügelgräbern der thrakischen Familienbegrabnissen von Tulowo wird die Frau mit solchen charakteristischen Beigaben beigesetzt, der Mann aber mit Bronzegeschirr und Klappstuhl: Tabakova-Canova, G. —Getov , L., Tombes tumulaires du village Tulovo, dép. de Stara Zagora. Arheologia (Sofia) 11(1969): 4. 29—. 17 5 S. Anm. 11.