Folia archeologica 32.
Tibor Kemenczei: Az alsóberecki későbronzkori urnatemető
112 É. В. B ÓNIS 4. Topf, aus gebranntem Ton (Abb. 9). Inv.-Nr.: 25.1902.52. Der nach außen abfallende, unten konkave Rand ist von je 2 Rillen gesäumt. Unter dem Rand, auf dem Hals und an der senkrechten Wandung von je 3 weiteren Rillen verziert. Darunter befindet sich der Wandknick und von da an verengt sich das Gefäß bis zum Boden. Innen starke Drehscheibenspuren. Dunkelgraues, mit kleinen Kiesen vermischtes Material von grober Oberfläche. H: 8,5 cm, Mdm: 16,2 cm, Bdm: 5,5 cm. Allgemeine provinzialrömische Form. Am Rhein-Donaulimes überall auffindbar. 4 4 Zwischen der Produkten der Töpferwerkstätte von Neuss (Novaesium) 4 5 sind sie ebenso vorhanden, wie in den nordgallischen Hügelgräbern. 46 In ganz Pannonién verbreitet, die Blütezeit der Form ist das traianisch-hadrianische Zeitalter. 4 7 Das Gefäß zeigt weder in der Form, noch im Material einen autochthonen Charakter. 4 8 5. Bron^ekrug, gegliederter Henkelkrug (Abb. 10; Abb. 11,3). Inv.-Nr.: 25. 1902.2. Der Bauchteil des ovalen Kruges wurde eigens gegossen und später dem Hals angelötet. Der obere Teil des eigens gegossenen, erhabenen Henkels umfaßt den waagerechten, wulstigen Mündungsrand mit zwei Vogelköpfen, hinter welchen sich zurückgewendete, fleischige Blätter befinden, das dritte Blatt ist ein überrandständiges sog. Daumenblatt und geht in einer kleinen Knubbe aus. Darunter trennt sie eine kleine Gürtelzone von den aus dem dionysischen thiasos entnommenen Szenen, die auf dem Henkel untereinander dargestellt werden. Oben mit der Handpauke (thympanon) tanzende Mänade, unter ihr der eine Syrinx blasende Pan. Der untere Schild des Krughenkels trägt eine obszöne Darstellung: wie der junge Dionysos einen unbekleideten Satyr von rückwärts überrascht. Der untere Teil des Kruges ist konkav und mit vier erhabenen Kreisleisten verziert. H: 19,5 cm, Mdm: 7 cm, Bdm: 6,8 cm. Den Krug von Kálóz von gegliedertem Körper hat Radnóti publiziert 49 und ihn in die Entwicklungsreihe dieses Gefaßtyps eingestellt. Die Herstellung der Form ging aus Italien aus, später wurde sie auch in Gallien erzeugt. Auch in Pannonién lebt die Form lang, das Exemplar von Kálóz aus dem 2. Jh. ist jünger als der ähnliche Krug des frühen Gräberfeldes von Újmajor, während in einem aus dem 3. Jh. stammenden Aquincumer Grab ein noch späteres Exemplar vorgefunden wurde. 5 0 Die Darstellung der Attache des Henkels wurde auf einem Exemplar von Martigny in ähnlicher Ausführung vorgefunden und Radnóti 4 1 Gose, E., Gefäßtypen der römischen Keramik im Rheinlande. 2 (Köln —Bonn 1975) 43., Taf. 48/504. 4 5 Filt%ine,er, P., Novaesium V. Die römische Keramik aus dem Militärbezirk von Novaesium. Limesforsch. 11. (Berlin 1972) 71—., Taf. 90/2.,90/9., Taf. 91/1. 4 6 Roosens, H.—Utx, G. V., a.a.O. 12., Fig. 6., Fig. 6/10., Fig. 16/10., Fig. 20/9,12. 4 7 Bonis, É., Die kaiserzeitliche Keramik von Pannonién. DissPann IÎ: 20. (Budapest 1942) 50., Anm. 27., Taf. XII, 13. 4 8 In allen bisherigen Publikationen des Fundes von Kálóz aus dem Jahre 1902 wird das Gefäß „einheimischen" Charakters erwähnt. 4 9 Radnóti, A., Die römischen Bronzegefäße von Pannonién. DissPann II: 6. (Budapest 1938) 159—162., Taf. XL. 1. (In den folgenden: Bronzegefäße. . .) 5 0 Ebd.