Folia archeologica 32.

Tibor Kemenczei: Az alsóberecki későbronzkori urnatemető

108 É. В. B ÓNIS Boden mit erhabenen Mustern (Figuren, Buchstaben) verzierten Krüge wurde in Form geblasen und erst dann hat man die Schulter, den Hals, den Rand und schließlich den Henkel frei ausgebildet. 3 1 Diese verziert ausgeführten Glasgefäße wurden mit Vorliebe in die Gräber der mit reichen Beigaben bestatteten römer­zeitlichen Toten gelegt. Ihre Exemplare sind am Ende des 1. Jhs. und im 2. Jh. in einfachen Brandgräbern, jedoch auch in Hügel- und Wagengräbern anzutref­fen. 3 2 Wie sehr das große Glasgefäß zu den Requisiten des sich auf das Jenseits­leben vorbereitenden Flingeschiedenen angehört hat, dafür ist die in Relief festge­haltene innere Einrichtung des berühmten Sarkophags von Simpelfeld (Museum von Leyden) ein sehr charakteristisches Beispiel. 3 3 Außer den der auf der Kliné liegenden Frau gehörenden Möbelstücken und den sonstigen Gefäßen usw. sehen wir auf dem einen Regal drei mächtige Henkelgefäße, die ihrer Form und ihrem gerippten Henkel nach nur Glasgefäße gewesen sein konnten. 3 4 Als würde man den großen Glaskrug von Kálóz in den im 2. Jh. aus Stein gehauenen Gefä­ßen wiedersehen. Die Bestimmung der Herstellungswerkstätte ist bei Glasgefäßen im all­gemeinen sehr schwer und besonders im Falle eines Gefäßes von derart spezieller Form. Eine enge Parallele ist uns nicht bekannt, die Formung der Tiergestalten zwischen Buchstaben ist vor allem für die italischen Werkstätten charakteristisch. 33 Die allernächste Parallele des am unteren Teil des Gefäßes von Kálóz sichtbaren Vogels, einer zwischen den Buchstaben CSGR erhaben dargestellten, starr stehenden Taube können wir auf dem einen Glasgefäß des frühen Gräberfeldes von Traismauer vorfinden. 3 6 An diesem Glas sind auf Grund der obigen Buch­staben die Anfangsbuchstaben des Namens von C. Salvias Gratus, des Leiters der 3 1 Price, ]., Glass. In: Roman crafts. (London 1976) 119. 3 2 Wagengrab von Swilengrad: I Velkow, I., Wagenbestattungen. IAI 14(1940—42) 203— 204. Abb. 284.; Tumuli: Mezőszilas: Kiss, A., Arch. Ért. 84(1957) 41., Taf. VII. 2.; Ivánc: Bonis, É., FA 9(1957) 74.; Ashdon, Essex, Bartlow Hill 3.: Gagé, J., Discovery of Roman sepulchral relics at Bartlow in Essex. Archaeologia (London) 26(1836) 300., PL XXXII., Figs. 1, 4—5.; Heishoven (Belgien): Roosens, H. —Lux, G. V., Gallo romeinse tumulus te Heishoven onder Hoepertingen. Arch. Belgica 164. (Bruxelles 1974) В. Fig. 11.; Koosens, H., Bestattungs­ritual und Grabinhalt einiger tumuli im Limburger Haspengouw. Arch. Belgica 191. (Bruxelles 1976) 139—, Taf. V. 3 3 Hoberda, J. E., Oudheidk. Mededel. 12(1931) Suppl. 27 ff. (ich konnte diese Original­publikation nicht erreichen). Espérandieu, É., Racueil général. . . XI. (Paris 1938) 107—109. № 7795.; Die Darstellungen des Sarkophags wurden vom Gesichtspunkt der Grabriten und Beigaben gewertet: Bogaers, J. E., Een romeinse askist uit Stein. Publ. Soc. Hist. Arch. Lim­bourg 94—95(1958—59) 197—208.; Van Doorselaer, A., Les nécropoles d'époque romaine en Gaule septentrionale. Diss. Arch. Gandenses 10. (Brugge 1967) 159—160.; Niiber, H. U. —Radnóti A., Römische Brand- und Körpergräber aus Wehringen. Jb. Bay. Bodendenk­malpf. 10(1969) 48—49.; Toynbee, J. M. C., Death and burial in the Roman world. (London — Southampton 1971) 281., Pl. 91—92. 3 4 Nuber, H. U. —Radnóti, А., a.a.O. erwähnen die großen Glasgefäße als stamnoi , dagegen nennt denselben Typ Calvi eine bydria (a.a.O. 80.). 3 5 Kisa, A., Das Glas in Altertume. III. (Leipzig 1908) 924—. Nr. 14. Stempel CSC um eine nach rechts gewendeten Hahn. 3 6 Polascbek, E. —Ladenbauer­Orel, H., Das römische Kastell Traismauer. JÖAI 37(1948) Beibl. 201—. Abb. 60. Das Glasgefäß wurde an der nach St. Pölten führenden Straße des frühen Lagers (2. Hälfte des 1. Jhs.) am Fundort ,,E" gefunden, in einem Fundkomplex von früher Keramik und italienischen Lampen.

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