Folia archeologica 31.
József Korek: Die Ausgrabungstätigkeit des Ungarischen Nationalmuseums im Jahre 1978
282 J. КОЕЕК versehenes Gebäude zum Vorschein gekommen, Orientierung O-W. Der Ausgräber nimmt an, daß das Gebäude eine frühchristliche Basilika gewesen war. Kővágószöllős : 1978 hatte A. Sz • Burger die Klärung des Grundrisses einer Villa, die auf einem Gebiet von nahezu 2000 m 2 lag, fortgesetzt. An dem S-Trakt des 45 m langen Gebäudes mit N-S Achse fand sie einen 40 m langen porticus mit bemalter Wand, zu dessen beiden Enden von S zwei Halbapsiden zugebaut wurden. Hier ist das peristylium, bzw. die Zimmer am S-W Flügel freigelegt worden. Man konnte die Heizung der Villa gründlich untersuchen, die nicht einheitlich war. Unter den Korridoren ist das Heizsystem mit Steinkanal charakteristisch, während unter dem Zimmerboden die Säulen des hypocaustum die übliche Heiztechnik der römischen Villen zeigen. Von dem Fundmaterial der Villa heben sich die Eisenfunde, bzw. die Fensterglasbruchstücke hervor. Laut der Annahme der Leiterin der Ausgrabung ist der Anfang der Bauarbeiten aufgrund der gehobenen Münzen auf die Zeit des Marcus Aurelius zu setzen, im 3 — 4. Jh. fanden sich weitere Bauten statt, welche zum Teil Umänderungen, bzw. vollständige Umbauten waren. Außerhalb der SO-SW Ecke der Villa befand sich ein Gebäude aus dem 4. Jh., das aber mit der Villa nicht in Zusammenhang stand. Tompa. Zwischen Tompa und Mélykút haben P. Patay und S. Soproni die Spurlinie der römerzeitlichen Straße erforscht, die von den josefinischen militärischen Vermessungen als Schanze bezeichnet wurde. S von der Hühnerfarm zu Tompa hat man die nach O-W gerichtete Straße an zwei Stellen durchschnitten; sie war an beiden Seiten mit Gräben umgeben. An beiden Seiten der Straße kamen an einer Stelle sarmatenzeitliche Siedlungserscheinungen zum Licht. Die zweifellos römerzeitliche Straße hatte in der Linie Baja-Szeged Pannonién mit Dazien verbunden. Ein hervorragender Fundort der völkerwanderungszeitlichen Siedlungsforschung ist Kölked, wo A. Kiss seit 1970 fließend Freilegungen durchführt. 1978 erschloß er an dem O-Rand der Siedlung eine Fläche von etwa 1500 m 2. Hier wurden von 100 bis 106 numerierte Grubenhäuser vom Pfettentyp, der Backofen Nr. LVIII, bzw. die Gruben und Gräben Nrs. XCII-XCIX gefunden. Die acht Ausgrabungskampagnen waren die größten Siedlungsfreilegungen in Ungarn. Rechnen wir mit, daß 1965 — 70 ein awarisches Gräberfeld mit 800 Gräbern, weiters ein am Gebiet der Siedlung liegendes, heute Grab Nr. 138 erreichendes Gräberfeld freigelegt wurde, so kann man auf die Ausbreitung der Siedlung folgern. Falls die Zahl der Gräber des an der Siedlung liegenden Gräberfeldes sich nicht bedeutend vermehrt — und daraufweist, daß 1978 im ganzen bloß 11 Gräber mit einem selbständigen Pferdegrab aufgedeckt wurden — so kann man mit 150 bis 180 Häusern rechnen. Der Ausgräber ist der Meinung, daß gleichzeitig 30 Häuser bestanden sein dürften und die Lebensdauer der Siedlung 150 Jahre war. Das gemischte Material der Siedlung, vor allem aber jenes des Gräberfeldes deutet darauf, daß vor 568 hier Gepiden von den Langobarden angesiedelt wurden, damit sie die Grenze bedeutende Donaulinie schützen sollten. Der gepidische Einfluß spiegelt sich in der Metallkunst, außerdem muß man noch in Kölked-Feketekapu mit der