Folia archeologica 30.

Sándor Soproni: Municipium Halicanum

94 S. SOPRONI lendva (Dolnja Lendava); 1 2 die neuere jugoslawische Forschung setzt den Ort etwas nördlicher in das Gebiet von Lendvahosszúfalu (Dolga Vas) bzw. etwas südlicher in das Gebiet von Muraszentmárton (Sv. Martin na Muri) 1 3 an dem rechten Ufer der Mur. Die übrigen Stationen der Strecke in Betracht genommen scheint die letztere Identifizierung wahrscheinlicher: Halicanum wurde vermutlich an der Übergangsstelle der Mur erbaut, ähnlich wie auch Salla und Arrabona an der besonders in den frühen Zeiten strategisch so wichtigen Bernsteinstraße die Über­gangsstelle je eines Flusses gesichert haben. 1 4 Bezüglich der Gründungszeit des Munizipiums bietet die Inschrift nur einen schwachen Anhaltspunkt. Die Datierung des Sarkophags wie auch das Lebensal­ter der Verstorbenen in Betracht genommen können wir nur auf die zweite Hälfte des 2. Jhs als auf einen terminus ante quem schließen. Leider wird der vollständige Name des Munizipiums auf der Inschrift nicht mitgeteilt, so sind wir in Erman­gelung der Kaisergentilizia 1 5 und der Tribuszugehörigkeit nur an Voraussetzungen angeweisen. Aufgrund einer unpublizierten Inschrift aus Varasdteplic (Varaá­dinske Toplice) wissen wir, daß der benachbarte Ort Salla den Munizipialrang zur Zeit Hadrians erhalten hat, 1 6 und es besteht eine große Wahrscheinlichkeit dafür, daß auch Halicanum, das ein ähnliches Charakter aufweist, zu dieser Zeit zu einem Munizipium geworden ist. 1 7 Die auf der Inschrift vorkommenden Namen lassen keine weitgehende Fol­gerungen zu. Quintus - das Pränomen des Vaters der Verstorbenen — und das Gentilizium Iulius sind laut A. Mócsy eher für die Westprovinzen charakteristisch 181 können aber auch auf eine norditalische Herkunft hinweisen. 1 9 In der Umgebung von Poetovio kommt das Gentilizium Iulius auch noch in den Zeiten nach den Markomannenkriegen häufig vor. 2 0 1 2 TIR L 33 Tergeste. (Roma 1961) 42 (Halicanum); Mócsy, A., Pannónia. RE IX. Suppl. (Stuttgart 1962) 660.; Graf, А., а. а. 0., der auch die Möglichkeit der Identifizierung mit Mura­szerdahely (Mursko Srediáce) aufgeworfen hat. 1 3 Zu Dolga Vas: ANSI 336. Zur Identifizierung ANSI 91 (Halicanum) mit ausführlicher Literatur. 1 4 Bei der Identifizierung darf nicht außer acht gelassen werden, daß Lendvahosszúfalu (Dolga Vas) bei der Übergangsstelle des Flüßchens Lendva (Lendava) liegt. 1 5 Das Kaiserattribut dürfte eventuell auch gefehlt haben. Vgl. Vittinghoff, F., Zur rö­mischen Municipalisierung des lateinischen Donau-Balkanraumes. In: ANRW II/6. (Berlin 1977) 7. 1 6 Mócsy, A., Acta Arch. Hung. 25(1973) 381.; Ders., Pannonién und die Soldatenkaiser.. In: ANRW II/6. (Berlin 1977) 572. Anm. 71. Vgl. noch ANSI 94. 1 7 In Pannonién wäre 1 lalicanum das neunte von Hadrianus gegründete Munizipium. Mócsy, A., Acta Arch. Hung. 25(1973) 381. Zu den hadrianischen Munizipien vgl. noch Nagy, 2'., Aspekte der Urbanisierung in Pannonién. In: Akten des VI. Internationalen Kongreßes für Griechische und Lateinische Epigraphik, München 1972. Vestigia 17. (München 1973) 94f. 1 8 Mócsy, A., Die Bevölkerung von Pannonién bis zu den Markommannenkriegen. (Bu­dapest 1959) 148. 1 9 Ebd. Katalog 90/19 (Savaria). Über Personen mit dem Namen Q. Iulius aus der Gegend der Bernsteinstraße noch: Barkóc^i, L., a. a. 0. Katalog 78/133 (Carnuntum). Die auf den aus der unmittelbaren Umgebung von Halicanum stammenden Inschriften erwähnten Personen sind im allgemeinen norditalischer Herkunft: Mócsy, A., Die Bevölkerung. . . Katalog 69/1 (Mura­szombat-Murska Sobota), 70/1 (Alsólendva - Dolnja Lendava). 2 0 Barkóc%i, L., a. a. 0. 262. Zu den früheren: Mócsy, A., Die Bevölkerung . . . Katalog. Bezüglich der Personen, namens Iulius, vgl. noch die Bemerkungen von F. IVittinghoff, Die innere Verfassung römischer Städte-Möglichkeiten und Grenzen der Epigraphik im Donauraum. In: Akten des VI. Internationalen Kongreßes für Griechische und Lateinische Epigraphik, München 1972. Vestigia 17. (München 1973) 87. und Ders., Zur römischen . . . 22fF.

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