Folia archeologica 30.
G. Héri Vera: A Spes motívum átalakulása Mária magyar királyné érmének hátlapján
UMWANDLUNG DES SPES-MOTIVS AUF DER RÜCKSEITE DER MEDAILLE VON MARIA, KÖNIGIN VON UNGARN Spes war eine beliebte Figur den antiken Ikonographie. Ihre in der antiken darstellenden Kunst auskristallisierte Gestalt erscheint später auch häufig in christlichen Kunstwerken; auch die frühe Renaissancekunst verwendete sie gerne - natürlich mit neuem Inhalt versehen. Später wurde sie eines der meistverbreiteten Symbole der Medaillenkunst. In der Münzkunst können wir ihren Weg vom Sesterz des Claudius bis zu den Werken der größten italiensichen und deutschen Medailleure verfolgen. Auf italienischen Medaillen wurde sie fast auschließlich als stehende weibliche Figur abgebildet; bei den im deutschen Gebiet tätigen Meistern erscheint sie in anderer Positur, bzw. sitzend. Wir finden die sitzende Spes besonders häufig auf Portraitmedaillen von Mathes Gebel und Ludwig Neufahrer. Diese sitzende Gestalt verwendete unser Künstler, als er auf der Rückseite der Portraitmedaille der Königin Maria die Gestalt der sitzenden Patientia formte. Daß es sich in diesem Falle um eine Patientia-Abbildung handelt, wird außer der Umschrift auch aus den Lämmern neben der sitzenden Gestalt ersichtlich: sie sind die häufigsten Attribute der Patientia. In der Fachliteratur finden wir die Namen verschiedener Medailleure als Meister dieser Medaille. Andreas Hartmann, Severin Brachmann, Ludwig Neufahrer, Michael Hohenauer und Hieronymus Dietrich werden von verschiedenen Verfassern als mutmaßliche Medailleure genannt. Jeder der auf gezählten kommt tatsächlich in Betracht, da sie in Prägeanstalten arbeiteten, die unter der Hoheit der Habsburger standen; sie konnten daher in Wien, Preßburg oder Linz mit der Königin-Witwe in Verbindung gestanden sein, bevor sie noch Statthalterin der Niederlande wurde. Aufgrund einiger Stilmerkmale, wie die Gesichtsform der Patientia, die Verteilung und Ausgestaltung der Buchstaben der Umschrift, die Formung der Beine usw. können wir jedoch die Autorenschaft Ludwig Neufahrers wahrscheinlich machen.