Folia archeologica 30.

Endre Tóth: A Magyar Nemzeti Múzeum feliratos római arany- és ezüsttárgyai. Aranygyűrűk

RÖMISCHE GOLDRINGE 183 Die Fälschung müssen wir also mit einer , anderen Person in Zusammenhang bringen. Das es sich hier um ein und dieselbe Person handelt darauf verweisen die gleiche Gravierungstechnik und dieselben Buchstabentypen. Fälscher war aber auch in der Altertumskunde ziemlich gut bewandert, da ja z. B. die Inschrift Lucilla tenet tatsächlich auf einen Trauring kam. Interessant ist die Inschrift Valenti Aug. fidem, die uns vielleicht auch auf die Spur führt, nachdem Treuringe außerordentlich selten zum Vorschein kommen. Wir können daran denken - und dies liegt auch auf der Hand - daß der Fälscher irgendein Buch über Ring aus dem 17-18. Jh. benutzt hat. Jedoch darüber hinaus; in Ungarn, in Sirmium ist nämlich irgendwann zu Beginn des 18. Jhs ein Fidem-Ring (Nr. 10) gefunden wor­den, der zwischen 1802 und 1824 als Geschenk in den Besitz des Museums gelangt ist. Der Fälscher hat vielleicht von diesem Ring den Anlaß zur Fälscher hat viel­leicht von diesem Ring den Anlaß zur Fälschung genommen und mit sehr feinem Sinn seine Fälschung auf einen solchen spätantiken Ring graviert, der lezten En­des bereits am Ende des 4. Jhs entstanden haben dürfte. Ein Problem bedeutet auch, daß der Buchstabentyp der falschen Inschriften mit dem gleichfalls aus der Sammlung von M. Jankovich stammenden, die In­schrift Saturninus tragenden Goldring (hier Kat. nr. 6) gut verglichen werden kann. Außer der schlechten Nachahmung der Buchstabensohlen der ursprünglichen Inschrift fällt die Ähnlichkeit besonders im Falle der Buchstaben R und A ins Auge. Die waagerechte Hasta des A ist auch auf dem Saturninus-Ring nicht eingraviert und dasselbe fehlt auch bei den 5 gefälschten Ringen. Es fragt sich nun, wieweit die Fundorte der Ringe als authentisch angesehen werden können. Dasselbe bezieht sich auch auf die sontigen archäologischen Ge­genstände, deren bedeutender Teil gleichfalls durch Vermittler in den Besitz von M. Jankovich gelangt ist. Wir können annehmen, daß M. Jankovich auf die An­gaben des Fundortes einen besonders großen Wert gelegt hat, da sie in dem über die vollständige Sammlung zusammengestellten Inventar eingehend und bedacht­sam eingetragen wurden. Die Vermittler fälschten in Kenntnis der Erwartung von Jankovich vielleicht auch für jene Gegenstände einen Fundort, über welche ihnen keine genauen Angaben zur Verfügung standen. Zusammenfassend: In die Ringsammlung von M. Jankovich gelangten vor 1812 fünf kaiserzeitliche Ringe mit gefälschten Inschriften, u. zw. - den gleichen Buchstabentypen und — formen nach - durch ein und denselben Vermittler. Der Fälscher hat sowohl die Sammlung von M. Jankovich (Saturninus-Ring), wie auch den im Ungarischen Nationalmuseum aufbewahrten, mit der Inschrift Fidem Constantio versehenen Ring gekannt. Diese Person konnte nicht Literáti Nemes Sámuel gewesen sein. Der terminus ante quem der Fälschungszeit ist 1812 — als sicherer Zeitpunkt zu betrachten. Als terminus post quem bildet das Erwerbungs­jahr des Fidem-Ringes durch das Museum, wozu es aber vor der Gründung des Museums im Jahre 1802 nicht kommen konnte.

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