Folia archeologica 30.

Endre Tóth: A Magyar Nemzeti Múzeum feliratos római arany- és ezüsttárgyai. Aranygyűrűk

174 E. TÓTH Die auch beim Militär nachweisbare, rangbezeichnende Rolle der Ringe, 1 6 die besondere Betonung der Treue ermöglicht aber auch weitere Schlüsse zu ziehen. Da die Treue zum Kaiser für die administrativen Organe und das Militär, 1 7 ebenso wie für alle Bürger des Reiches ein natürliches - obwohl nicht immer eingehalte­nes - Erfordernis ist, müssen wir ihre besondere Betonung mit einem besonderen Grund erklären. Insofern bedeuten die Treuringe mehr oder etwas anderes als die Kaiserfibeln. Unsererseits teilen wir die Meinung von G. Behrens, 1 8 der in einer seiner Bemerkungen darauf hingewiesen hat, daß Konstantin d. Gr. diese Ringe „ für militärische Treue - vermutlich gelegentlich der Kämpfe mit anderen Kron­prätendenten -verliehen hat." Diese Auslegung wird auch noch durch den Umstand unterstüzt, der aus dem völlig gleichen Typ der Ringe folgt. Dies beweist, daß die Ringe als Folge eines gleichen Planes bzw. bewußten Bedenkens hergestellt und als Auszeichnung verschenkt bzw. gewiß als Teil einer kaiserlichen Schenkung als Belohnung der besonderen Treue gegenüber dem Kaiser gegeben worden sind. Die Interpretation von Bährens können wir noch damit erweitern, daß diese Ringe nicht nur zur Belohnung der pflichtmäßigen Treue zum Kaiser, sondern auch für die Kaisertreue sogar wider den Gegenkaiser oder den rivalisierenden Mitregen­ten verschenkt werden konnten. Auch ist es wesentlich, daß während im Falle der Kaiserfibeln aus einem bekannten und auch ansonsten angewendeten Gegenstands­typ (Zwiebelkopffibeln) mit Hilfe der Inschrift die einigen Stücke von den übrigen Gegenständen mit ähnlicher Form hervorgehoben wurden, gehört zur Inschrift im Falle der Treuringe eine charakteristische, in keiner anderen Beziehung gebrauchte Form. Der Gegenstandstyp ist also sowohl betreffs der Ringform, als auch der Inschrift eine konstantinische Neuschöpfung und sein Ursprung, seine „Idee" kann vielleicht zum Begriff der annularium-Geschenke geknüpft werden. In Pannonién kamen bisher drei Treuringe zum Vorschein. Das eine Stück wurde in Luc (Lucs, Jugoslawien Nr. 16), 1 9 das andere in Sirmium (Nr. 15) und das dritte ohne Angabe des Fundortes „wahrscheinlich" in Ungarn - in diesem Falle in Pannonién gefunden. 2 0 Zwei von ihnen bezeugt die Treue zu Konstantin d.Gr. Im Sinne des Oben gesagten müssen wir diese Ringe an die Rivalisierung zwischen Konstantin d. Gr. und Licinius (unter dessen Herrschaft auch die vier pannonischen Provinzen bis zur Schlacht bei Cibalae gehört haben 2 1), an der Krieg bzw. an die Schlacht von Cibalae folgenden Periode, inklusive des Jahres 324, der endgültigen Abrechnung mit Licinius knüpfen. Die Gaben von Licinius 22 versuchte Konstantin d. Gr. mit seinen Geschenken kompensieren, deren Zweck und Wesen auch die Treuringe ausgedrückt haben. 1 6 Domas^ewski, A.-Dobson, В., Die Rangordnung des römischen Heeres. BJ Beihefte 1 + (Köln-Graz 1967) 42.­1 7 Vgl. Gáspár, D., Arch. Ért. 100(1973) 55. - insbesondere 57. 1 8 Behrens , G., а. а. O. Germania 15(1931) 81-83. 1 9 Zu bemerken ist, daß in dem mit Luc benachbarten Dorf (Beremend, Idamajor, Ungarn) eine auf eine senatorische Villa oder vielleicht auf ein Großgrundbesitz verweisende Bronze­tafel zum Vorschein gekommen ist, die die Provinz Gallia Narbonensis dem Flavius Dalmatius, ihrem einstigen Statthalter errichten ließ. (Mommsen , Th., Sitzungsberichte 35./Berlin 1902) 836-840., B. Thomas, E., Die römischen Villen von Pannonién. (Budapest 1964) 271.; TIR L-34 (Aquincum) Budapest 1968/34. 2 0 Noll, R., Vom Antike zum Mittelalter. Kunsthistorisches Museum, Wien. Katalog der Antikensammlung I. (Wien 1974) 27. nr. 44.; Ders., BJ 174(1974) 242, Nr. 11.

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