Folia archeologica 30.

Éva B. Bónis: A brigetioi Gerhát fazekastelep

TÖPFF.RVIERTEL VON BRIGETIO 151 Töpfen mit flachem Boden, die in Rätien unter germanischem Einfluß angefertigt worden sind. 3 0 Die späten Exemplare der mit Streifen bemalten Keramik von Brigetio mit dem aufgelösten Motivenschatz 5 1 wurden wahrscheinlich hier im Gerhát-Töpfer­viertel hergestellt (Abb. 15:8). Es gibt viele große Krüge, deren bemalte Zone am Bauch von den unterschiedlichsten Zickzackmustern gegliedert waren (Abb. 25). Fast als Leitform kann aus der Tussla-Sammlung die bereits bekannte 5­weitmündige und breithenklige große Kanne (Abb. 7:11, 12; Abb. 10:5, Abb. 14:7, 8) erwähnt werden, deren Rand, der obere Henkelansatz und der Bauch von einer glattroten oder braunbemalten Zone verziert war. Große Kannen, Krüge (Abb. 24:3) und eckig profilierte Schüsseln (Abb. 6: 14, 15) wurden von den Töpfern des Gerhát-Töpferviertels von einer roten Marmorierung mit breiter Pinsel führung überzogen. Die Vorführung dieses Gefäßmaterials soll uns zu­gleich auch mit dem alltäglich gebrauchten Geschirr des Militärs bekannt machen. Das von der Hadrianuszeit bis zu den 30er Jahren des 3. Jhs tätige Töpferviertel war zeitweise von der Donau überschwemmt, jedoch können die Verwüstungen der markomann-sarmatischen Kriege an den sehr bescheidenen Öfen nicht wahr genommen werden. Wie erwähnt, hörte das Töpferviertel auf und nach den 30er Jahren des 3. Jhs entstanden Gebäude an seiner Stelle. Heute ist es uns noch nicht bekannt, wo die Militärtöpferwerkstätten von Brigetio ihre Tätigkeit weiter fort­gesetzt haben. 5 0 Dannheimer, H., Ein Keramikfund der mittleren Kaiserzeit aus Straubing (Niederbavern). BVbl 41 (1976) 133-., Abb. 1., Abb. 5. 5 1 B. Bonis, É„ FA 21(1970) 74. 5 2 Ebd., 75, 83., Über das Gerhát-Töpferviertel: Abb. 9.

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