Folia archeologica 30.

Éva B. Bónis: A brigetioi Gerhát fazekastelep

É. В. BONIS Das zur Aufschüttung der für die später errichteten Gebäude planierten Flä­che gebrauchte Scherbenmaterial wurde in der Mehrheit an Ort und Stelle herge­stellt. Zwischen den Scherben gibt es viele verbrannte Exemplare, Fehlprodukte. Die ausführliche Erörterung der zur Publikation gekommenen Stücke würde über die Rahmen unserer Abhandlung wachsen, deshalb heben wir bloß die charakte­ristischen Typen hervor. Im importierten und von anderen Töpfersiedlungen stammenden Material herrschen die Terra sigillaten vor. Die meisten Fragmente rühren aus der zweiten Hälfte des 2. und aus den ersten Jahrzehnten des 3. Jhs aus Importgefäßen von Rheinzabern und Westerndorf her. Die auf den Fundorten Nr. 1 und 4 gefunde­nen Helenius-Produkte (180-233) weisen daraufhin, daß die endgültige Planierung des Töpferviertels nach dem dritten Jahrzehnt des 3. Jhs. erfolgt ist. Für ein örtliches Produkt aus Pannonién gilt die aus der zweiten Hälfte des 2. Jhs stammende Nachahmung der sog. „rätischen" Gefäße (Abb. 9:14), die in einer Werkstätte in Savaria hergestellt worden sind. 3 7 Der metallisierende Über­zug auf den Gefäßen ist in Pannonién für die erste Hälfte des 3. Jhs bezeichnend. 3 8 Auch das Negatívum, daß kein einziges Fragment der sog. dünnwandigen Schalen nach den traianischen Zeiten hier gefunden wurde, ist charakteristisch. Diese Ware erscheint in den meisten pannonischen Fundorten bis zur des Zeit Traianus. 3 9 Im Gerhát-Töpferviertel sind verhältnismäßig wenige sog. „pannonische garue" Schüsseln, also die örtliche graue Variante der Formen Drag 37 und 51 (Abb. 8: 9-12). Auch diese gehören vielmehr zum Material des als alter zu be­rachtenden Ofens Nr. II und Fundortes Nr. 2. Um so häufiger kommt die malven­rote, bemalte Variante der Form Drag 37 vor (Abb. 9:2, Abb. 15:9; Abb. 16:3) die wir für ein örtliches Erzeugnis halten können und in welchem wir eine enge Verwandtschaft zu den ähnlichen Schüsseln der Öfen von Aquincum-Papföld erblicken. 4 0 Auf dem Boden der die Form Drag 31 Nachahmenden grauen Schüssel (Abb. 18:15) ist mit klarer Schrift der FLAVINVS-Stempel zu sehen. Angesichts dessen, daß ein Töpfermeister ähnlichen Namens auch in Aquincum erwähnt wird, 41 kann heute noch nicht entschieden werden, ob die graue Schüssel eine aus Aquin­cum gebrachte Ware ist, oder der Töpfer sich später in Brigetio niedergelassen hat bzw. ob die Ware das Produkt eines örtlichen Töpfers von Brigetio mit ähn­lichem Namen war ? Zweifellos ist als örtliches Erzeugnis jenes von einem Fehlbrand stammende Schüsselfragment zu betrachten (Abb. 18:10), das mit zitronengelber Glasur überzogen wurde. Neben dem Aquincumer und Arraboner Exemplaren ist dieses Stück ein unwiderlegbarer Beweis für die Produktion von glasierter Keramik in Brigetio im frühen 2. Jh. Das bedeutendste Erzeugnis des Gerhát-Töpferviertels ist das Negativmodel aus dem II. Ofen (Abb. 8:5-6), dessen Motivenschatz (Abb. 27:1-5) uns vor allem auf die Formen des „ersten Meisters" des Töpfer­« S. Anm. 14. 3 8 Töpferviertel neben dem sog. Schütz-Gasthof zu Aquincum: Póc%y, К. а. а. О. 117. 3 9 Gab/er, D., Acta Arch. Hung. 28(1976) 458-159. 1 0 Póczjt, К., а. а. 0.121-125, Abb. 9:8,9,11,12; Abb. 10-1, 2. 4 1 а. а. 0. 132.

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