Folia archeologica 30.

Éva B. Bónis: A brigetioi Gerhát fazekastelep

144 É. В. BONIS sers der Donau erneuerten Rost dürften zum ältesten Teil des Gerhát-Töpfervier­tels gehört haben. 3 0 Auch die übrigen Öfen wurden mit Scherben vollgestopft und man hat die ganze Fläche für die später gelegten Mauern planiert. Den terminus post quem , dem das oben gesagte folgte, erheben die wahrscheinlich von einem Gefäß stammenden Westerndorfer Terra sigillaten-Fragmente der Fundorte Nr.l und Nr. 4 (Abb. 6: 5, 6; Abb. 15:2). Die sigillata ist severisch, stammt, aus der Werkstätte des Helenius. Von den als Streufund hervorgekommenen Terra sigillata-Gefäßen können wir im Falle des padanischen Sigillatenfragmentes verifizieren, daß das Gefäß aus der nicht weit vom Pfahllager liegenden Erdmasse (an der Karte von Barkóczi mit I. bezeichnet) hierher gekommen ist. Die weiteren Streufunde von Sigillaten stammen in ihrer Mehrheit aus dem Zeitraum von Hadrianus bis zu den dreißiger Jahren des 3. Jhs. Diese bestimmen die ganze Betriebsdauer des Gerhát-Töpfer­viertels. Das Material des Gerhát-Töpferviertels zeigt eine beachtenswerte Parallelität zum Material des Töpferviertels von Kurucdomb. Die Lampennegativmodel IEGIDI (Abb. 11:3) und FORTIS (Abb. 11:1-2j, 3 1 das Negativ des Terrakotten­kopfes orientalischen Charakters (Abb. 26:2 a—b ) und das gleichfalls aus dem Ofen Nr. IV zum Vorschein gekommene crustulum-Muster mit einem Vers (Abb. 19:2) sind Produkte von ähnlichem Charakter. Das Tonmedaillon eines Gefäßes ist auch aus dem Material des Gefäßdepots von Kurucdomb zum Vorschein ge­kommen. 3 2 Den Küchengeschirrservicen des Gefäßdepots von Kurucdomb 33 ähnliche Scherben kamen auch im Gerhát-Material in großer Menge hervor (Abb. 7:1 , 3. ; Abb. 13:1 ). Unsere frühere Ansicht soll hier korrigiert werden. Das Töpferviertel von Kurucdomb haben wir als das Zentrum der Prunkgefäße und der Terrakottenfabrikation, das Töpferviertel Gerhát hingegen bloß als Stätte für die Herstellung von Küchengeschirr bestimmt. 3 4 Dies ist nur prozent­mäßig stichhaltig. Im oben erwähnten Gefäßdepot von Kurucdomb wurden Küchengefäße deponiert, im IV. Ofen des Gerhát-Töpferviertels hingegen auch Terrakotten, Lampenmodel und Fragmente von Prunkgefäßen gefunden. Die Übereinstimmung des Situationsplanes unter Abb. 1 und des Materials unterstützte aber unsere frühere Ansicht, daß die Töpfereien Kurucdomb und Gerhát keine voneinander getrennten Töpferviertel sind, sondern die sich stets vergrößernden Teile ein und derselben militärischen Werkstätte. Der Töpferviertelsektor Gerhát stand länger in Betrieb. 3 5 Diese aus mehreren Phasen bestehende militärische Töpferviertel dürfte diejenigen prächtigen Tonscheiben hergestellt haben, die der kaiserlichen, kultischen Propaganda und den Marktansprüchen gleicherweise gedient haben. 3 8 3 0 B. Bónis, É., FA 28(1977) 138.; Hierauf verweist Póc ZJ, К., Acta Arch. Hung. 7(1956) 102,132 Anm. 3 1 В. Bonis, É., FA 28(1977) 108-110, Abb. 1:4, 9, 11; Abb. 4:1 a-c, 2. 3 2 Dies., FA 27(1976) 84-85, Abb. 10. 3 3 Ebd., 73. 3 4 Dies., FA 26(1975) 88. 3 5 Ebd. Alföldi, A., LA I. DissPann 11:10 (Bp. 1938) 231-,

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