Folia archeologica 29.
Alice Sz. Burger: Későrómai éremlelet Mernyéről
SPÄTRÖMISCIIER MÜNZSCHATZ AUS MERNYE 137 Ebenfalls gilt als eine Rarität die an die Jahre 335-337 knüpfbare, in Arelate geprägte Kleinbronze von DELMATIUS (Nr. 43). 5 Zu unserem Münzfundort liegt geographisch Kazsok am nächsten, wo ein aus 748 St. bestehender Münzfund ans Tageslicht gekommen ist." Die Münzen von Kazsok können regelmäßig nur seit 330 nachgewiesen werden und der größte Teil des Fundes besteht aus zwischen die Jahre 364—375 setzbaren Münzen (600 St.). Zwischen den beiden Fundkomplexen gestaltet sich auch das Vorkommen der Münzstätten in interessanter Weise: die in Kazsok vorgekommenen aus LUGDUNUM, NICOMEDIA, ALEXANDRIA und AMIENS stammenden Prägungen sind in Mernye nicht vertreten, gleichzeitig fehlen die in Mernye nachweisbaren Prägungen aus LONDINIUM, TICINUM in Kazsok. Die beiden, aus dem Komitat Somogy stammenden, aneinander sehr nahegelegenen Münzfunde ähnlichen Typs aus dem 4. Jh. bieten zusammen volle Angaben zur Frage des Münzumlaufes in diesem Gebiete. Die im Zusammenhang mit den Münzen der I. Gruppe (313-364) von verschiedenem Gesichtspunkt aus vorgenommenen Untersuchungen können unter Tab. 1-3 nachgewiesen werden. Der Vergleich der Prägungen mit den in anderen Münzkomplexen vorkommenden Exemplaren von gleicher Emission bilden den Gegenstand einer selbständigen Bearbeitung. Die II. Gruppe enthalten Tab. 2-3, ihre jüngste Prägung ist: Gratianus AE 3, Nr. 271, Siscia. Die Münzen dieser zweiten Gruppen können auch in den Münzfunden von Árpás, Kazsok, Öregcsém, Öcsöd, Szőkedencs, Tedej, Veszprém-Zsófia puszta nachgewiesen werden, 7 allein zum Typ Nr. 236 Vt.-Gloria, |M RIC 16a steht uns keine Analogie zur Verfügung. 8 Unser Fundort läßt sich in mehrere vermutliche einstige römische Straßen einreihen: 1: Répáspuszta - Mernye - Felsőmocsolád - Karád; 2: Edde - Mernye - Igal - Somogyszil; 3: Edde - Mernye - Kazsok. 9 Im Gebiet des Komitats Somogy kann der spätrömische Münzfund von Mernye sich den aus dem 4. Jh. stammenden Münzfunden von Szőkedencs, Kazsok anschließend weitere Angaben zum Münzumlauf der Provinz Valeria im 4. Jh. liefern. 5 Fundorte: Pécs {Fiilep, F. а. а. О. C-XVI/1. Gloria Exercitus tip., Prägestätte?); Zsófia puszta (Biró-Sej, К., а. а. О. 47. Tabelle, Siscia). Ferner: Hartmann, M., Ein spätrömischer Münzschatz aus Unterkulm. Jahresber. Vindonissa 1971. 62., Nr. 49. LRBC758, Gloria ASÏS Exercitus tip. 335-337. c Sz- Burger, A., NK 66-67 (1967-68) 3-22. 7 Zu Árpás, Öcsöd, Szőkedencs, Zsófia puszta vgl. Anm. 2.; Kazsok - vgl. Anm. 6.; Öregcsém: Radnóti, A., NK 41(1942) 1-13.; Tedej: Soproni, j'., DMÉ 1967. 91-117. 8 Die Variation |М kam in Márok (Kom. Baranya) in einem mehr als 3000 Stücke TESíT enthaltenden spätrömischen Münzfund ans Tageslicht. (Unter Bearbeitung.) 9 Aus Mernye stammt ein auf die Wende des 2.-3. Jhs setzberes Grabsteinfragment (unter Bearbeitung: Corpus Signorum Imperii Romani). - Die mit dem Straßennetz zusammenhängende Karte und Literatur wird in der Arbeit: „Untersuchung der Bevölkerung von Südostpannonien" publiziert.