Folia archeologica 29.
Sándor Soproni: A carnuntumi Heidentor
126 S. SOPRONI 5,95 m, von ihnen sind zwei bis zur Fundamentierung zugrunde gegangen. Die ursprüngliche Höhe des vermutlich zwei Stock hohen, außen mit Konsolen und Gesimsen verzierten Baues ist uns nicht bekannt." Die bis zu einer Höhe von 12-14 m auch heute noch bestehenden Mauern dürften etwa 20-26 m hoch gewesen sein. In der Mitte des von den vier Pfeilern umgrenzten Raumes stand auf einer runden Sandsteinbasis von 1,8 m Durchmesser wahrscheinlich eine Statue. Erwähnenswert ist die technische Ausführung des Baues: er wurde mit Mauern in gegossener Technik hergestellt, von außen mit Quadersteinen verschalt. Bei dem Bau wurden sekundär auch frühere Steindenkmäler, darunter auch Inschriftensteine verwendet. Das Alter des Heidentores hat die Forschung fast einheitlich auf eine späte Zeit, auf das 4. Jh. gesetzt. 8 Die eingebaut vorgefundenen Inschriftensteine, 9 insbesondere ein der Diana Augusta geweihter Altarstein, der aus der ersten Hälfte des 3. Jhs, aus dem Zeitalter des Kaisers Caracalla stammt, läßt auch kaum eine Datierung vor dem ausgehenden 3. Jh. zu. Neuerdings setzte E. Swoboda auf Grund einer Stelle bei Ammianus Marcellinus (XXI 16, 15) den Bau auf die Zeit des Constantius II. 1 0 Hinsichtlich der Funktion des Baues stimmt die Meinung der Forscher nicht mehr so einheitlich überein. Die älteste Darstellung aus dem [ahre 1649 nennt das Objekt schon Heydentor, 1 1 es konnte aber kein Tor gewesen sein, da durch die Luftbildaufnahmen in der Umgebung auf bedeutendere Straßen hinweisende Spuren nicht ermittelt werden konnten. 1 2 Unter den Bestimmungen wird auch hier ein Grabdenkmal vermutet, 1 3 jedoch scheint der Charakter des " Ausführliche Beschreibung des Heidentors: Kenner, F., Das Heidentor bei Petronell. BMAW 10(1867) 185ff. ; Dell, ]., Ausgrabungen in Carnuntum. AEM 16(1893) 156ff. ; Kubitscbek, W,-Frankfurter, S., а. а. O. 182ff. Neulich: Swoboda, E., а. а. O. 171.; Stiglitz, H., а. а. O. 1587.; Stiglitz, H.-Kandler, Ai.-Jobst, IT., а. а. O. 615ff.; Vorbeck, E.-Beckel, L., а. а. O. 32. Vgl. noch Kahler, Triumphbogen. RE 2. Reihe XIII. (Stuttgart 1939) 448. 8 Eine Ausnahme bildet R. Egger [Eine syrische Göttertrias. Ausgewählte Schriften von R. Egger. (Klagenfurt 1962) 192ff.], der an die Severer denkt. Im Falle der sekundär eingebauten Inschriften nimmt er an, daß diese bei einer späteren Renovierung eingemauert wurden. Vgl. noch die Meinung von J. Fitz [Acta Arch.Hung. 11(1959) 245.], der den Bau des Heidentores mit dem Besuch des Septimius Severus im Jahre 202 in Zusammenhang bringt. Seine Annahme widerlegt Swoboda, E., а. а. O. 257. Anm. 19. 9 Altarstein der Diana: CIL III 4393 und 11086 ad 4393. Weitere Inschriften CIL III 11086, Dell, ]., а. а. O. 172., Fig. IX.; Betz, A., Inschriften aus Carnuntum. JÖAI 37(1948) ВЫ. 248. Nr. 5. Zum Diana-Altar vgl. noch Beiz, A., Die römischen Militärinschriften in Österreich. JÖAI 29(1935) 301. 1 0 Swoboda, E., а. а. O. 173. Seine Datierung akzeptieren als Grundlage: Vorbeck, E.Beckel, L., а. а. O. 32.; Swoboda-MHenovic, R. M., Die Ruinen von Carnuntum. (Wien 1963) 26ff. Die Datierung hält auch A. Mócsy [Pannónia. RE Suppl. IX. (Stuttgart 1962) 697.] für möglich. 1 1 Neulich reproduziert: Vorbeck, E.-Beckel, L., а. а. O. 49., Abb. 26. 1 2 Ebd. 32 und 109. Hierauf verweisen auch Kubitscbek, W -Frankfurter, S., а. а. O. 188. und Stiglitz, H.-Kandler, M.-Jobst, W., а. а. O. 618. 1 3 Dell, ]., а. а. O. 173.; Graf, A., Übersicht der antiken Geographie von Pannonién. DissPann I, 5. (Budapest 1936) 81.'; Kubitscbek, W.-Frankfurter, S., а. а. O. 188.; Stiglitz, H., а. а. O. 1587. Wiederlegt von: Gollob, H., Führer durch Carnuntum. (Wien 1966) 34.