Folia archeologica 29.

Éva B. Bónis: Rekonstrukciók a Szomor-somodorpusztai római kori temetkezési kocsi felszereléséből

118 É. В. BONIS Greif, Panther, Stier, Adler, Schwan; unten: Menschenkopf oder Brustbilder, Medusenhaupt usw.). Die engmündigen Kannen mit gegossenem Körper können von ihrem Vorkommen in Pompei an bis zur Wende des 2.-3. Jhs verfolgt wer­den. 3 2 Zu dieser letzteren Zeitperiode können wir ihre aus Blech hergestellten Variationen - wie wir dies bereits weiter oben erwähnt haben - mit einer Werk­stätte der Donaugegend in Verbindung bringen. Diese Werkstätte macht einer­seits Reparaturen, neue Henkel, anderseits richtet sich auch auf eigene Produk­tion ein. 3 3 Das Gleichgewicht der leichten Blechkanne kann nur der mit Blei aus­gefüllte Bodenteil sichern. 3 4 Die aus Bronzeblech hergestellte Griffschale von Somodor läßt sich ebenfalls auf hellenistische Vorbilder zurückführen. Ein reich verzierter Umbo und mit Lotosblütenkelchen verzierter Schalenkörper charakterisiert die in Palla (Make­donien) gefundene Griffschale. 3 5 Der Publikation nach stammt sie noch aus den Zeiten vor der römischen Eroberung her (168 v. u. Z.). Das Ende des kanne­lierten Griffes verziert ein Ammonhaupt. Noch schmuckvoller ist die mit Lotos­blütenkelchen verzierte, in Widderkopf ausgehende Griffschale aus dem 1. Jh., die in der Nähe von Lyon gefunden und für ein Stück aus dem 1. Jh. bestimmt wurde. 3® Auf dem hervorstehenden Umbo befindet sich ein Reliefbild des auf einem Felsen sitzenden Ajax. Nuber verweist auch auf eine aus Herculaneum stammende Griffschale, deren Körper ebenfalls mit Lotosblütenkelchen verziert ist. 3 7 In diesem Zusammenhang teilt er eine aus Dyrrachium stammende prunk­hafte Schale mit, die einen Griff mit Widderkopf, einen mit Lotosblütenkelchen verzierten Körper sowie mit eingeritzten Ornamenten reich versehenen Umbo hat. 3 8 Dieses Exemplar könnte das unmittelbare Vorbild der von uns vorgeführ­ten Griffschale sein. Diese Griffschalen reiht Nuber gleichfalls in die Gruppe „Service Typ G (Canterbury)". 3 9 Bei dieser Gruppe ist der Auslauf der Griffe in Widder-, Hund­und Menschenkopf, die Griffstütze in Skorpionscherenform und die rankenver­zierte Griffstütze mit flügelartigen Ansätzen charakterisiert (Abb. 11). Demnach gehört die Kanne und die Griffschale von Somodor zu einem Service und war das Produkt einer oben bereits schon öfter erwähnten Werkstätte, die in der Donaugegend zu Ende des 2. und zum Beginn des 3. Jhs in Betrieb war. Für diese Produkte sind die Ausgestaltung der Gefäßkörper aus leichtem Bronze­blech und die eingeritzten Verzierungen charakteristisch. Diese Werkstätte oder Werkstätten haben vor allem für den Gebrauch ihrer Umgebung gearbeitet, zu­gleich lieferten sie aber auch Waren nach dem Barbaricum. Aus diesem Kreise leitet man die aus Bronzeblech erzeugte spätkaiserzeitliche Kannen- und Griff­3 2 Radnóti, A., Bonzegefäße ... 140, Anm. 14.; Fülep, F., Arch.Ért. 76(1949) 48.; Bánki, Zs., La collection du Musée roi Saint Étienne. Objects romains figurés en bronze, argent et plomb. (Székesfehérvár 1972) 48-50. 3 3 Nuber, H. U., a. a. O. 69. 3 1 Den neuen Boden der Kanne von Somodor hat K. Bruder mit Zink ausgefüllt, damit das schlanke und schwerhenklige Gefäß nicht umkippt. 3 5 Oikomenos, G. P., Bronzen von Pella. AM 51(1926) Taf. 11. 3 6 Armand-Calliat, J L., Patères en bronze trouvées près de Lyon à l'île Barbe. RA 1959: II. 65. - Mg. 1, 2, 3, 6. 3' Nuber, H. U., a. a. O. 64. 3 8 Ebd. 66., Taf. 11. 3 9 Ebd. 63- 69.

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