Folia archeologica 29.

Éva B. Bónis: Rekonstrukciók a Szomor-somodorpusztai római kori temetkezési kocsi felszereléséből

D I-R WAGEN VON SOMODOR 105 ähnliche Satyr mit gerunzelter Stirn und eckigem Gesicht blickt nach links, die Mainas hingegen nach recht. Diese Bacchantin mit griechischen Gesichtszügen trägt einen Efeukranz im Haar. Die in einer Komposition gefaßten, scheiben­artigen Brustbilder waren auf dem Wagenkasten wahrscheinlich in einer Reihe untergebracht. In unserem Rekonstruktionsversuch (Abb.3) stellen wir uns die drei Scheiben an der hinteren Seite des Wagens, zwischen zwei Säulen vor, mit der bekannten palmettenverzierten Statuengruppe darüber. 4 Diese Rekonstruk­tion wurde unter Berücksichtigung der bulgarischen Parallelen 5 gezeichnet, einen schwingenden Wagenkasten vorausgesetzt. Die Wagenform ahmt dem Wagen auf dem Relief 0 des Grabsteines von Maria Saal (Kärnten) nach. 7 2. Engmündige Kanne (Oinochoe) aus Bronze. Inv. - Nr.: 90.1889.1 -4. und 142.1883.13. Maße: ergänzte Höhe: 38 cm, Schulterbreite: 14,8 cm, Mündungsdm: 4, 8,4 cm, Dm des ergänzten Bodens: 7,6 cm. Der obere Teil der Kanne ist schon seit je her bekannt 8 (Abb. 4 oben), die Form ihres Körpers haben wir auf Grund des im Fundmaterial aufbewahrten unteren Teils (Abb. 4 und 6 unten) mit der Hauptrestauratorin К Bruder ausgebildet. I J Dem Profil nach steht die Kanne mit ihrer breiten, waagerechten Schulter den Kannen von hellenistischem Typ am nächsten, sie erinnert uns an die Kannenform von Egyed, 1 0 hat aber einen länglicheren Körper, als diese. Die verschiedenen Teile der Kanne von Somodor stammen nicht von derselben Zeit, die Kanne ist kein einheitliches Produkt. Der schön geschweifte Ausgußteil der Mündung mit dem langen Hals, der trichterförmig in den Schulterteil übergeht, ist aus bestem Bronzematerial und von feinster Ausarbeitung. Eine gröbere Ausführung zeigt schon der aus Bronzeblech angefertigte Kannenkörper. An der Schulter ist ein Rankenorna­ment unter kleinen eingeschlagenen Blattverzierungen (Abb. 6 und 9: 2,3), sodann eine ganze Reihe von kleinen Blütenkelchen mit Gittermuster zu sehen (auf eigenem Fragment Abb. 4 und 9: 3). Ein durch Gußtechnik angefertigter, oben eine Sphinxprotome führender Henkel (Abb. 4 und 5), der mit einer Satyr­kopf darstellenden Attache auf der Seite der Kanne aufliegt; der profilierte Boden ist gänzlich rekonstruiert, das auf dem kleinen Bodenfragment 1 1 gefundene kleine Nietloch hat die Art und Weise der ursprünglichen Zusammensetzung gezeigt (Abb. 4 und 6). Auf diesem Fragment umnehmen die untere Spitze des Kannenkörpers Obstkörbchen 1 2 mit Gittermuster. Mit dem oberen Kannen­4 Hampel , ]., а. а. O. 51-52.; Alföldi, А., а. а. О. Abb. 147.; В. Thomas, Е., Römerzeit. In: Archaeologische Funde in Ungarn. (Budapest 1957) 208-209. 5 Venedikov, /., Trakijskata Kolecnica. (Sofia 1960) Taf. 96, 97. c Alföldi, А., а. а. О. Taf. VII. 7 Meinem Kollegen A. Kiss, dem Ausgräber des Bestattungswagens von Kozármisleny (Kom. Baranya) [Arch. Ért. 97(1970) 310.], mit dem ich die Möglichkeit hatte die Rekonstruk­tion zu besprechen, sage ich meinen Dank aus.; Eine andere Rekonstruktion s.: Radnóti, A., Eine rômischç Pantherstatuette aus Straubing. BVbl 28 (1963) 67-., Abb. 4. s Hampel , ]., а. а. O. 55., Abb. 1-4. 9 Den Verlauf der Restauration gibt K. Bruder in einer selbständigen Abhandlung be­kannt. 1 0 Radnóti , A., Die römischen Bronzegefäße von Pannonién. DissPann II, 6 (Budapest 1938) Taf. XIII. 69.; Hehler, A., Die hellenistischen Bronzegefäße von Egyed. JDAI 24 (1909) 28., Abb. 4. Taf. 4.; Wesset Kky, V., Arch.Ért. 86 (1959) 24-. 1 1 Als Schüsselboden publiziert von: Gaul, К., а. а. O. Taf. IV. 5. 1 2 Das mit Obst volle Körbchen ist ein häufiger Gegenstand in den Darstellungen der Grabdenkmäler. S. Nagy, L., BpR 14(1945) 168.; Erdélyi, G.-Fülep, F., Intercisa I. AH 33 (Budapest 1954) Kat. 59. Taf. XXXII. 2; an Bronzegefäßen: Radnóti, А., а. а. О. 146.

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